VNP - Hüter der Heide

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EU-Zuwendungen

 

Zur Durchführung der vielfältigen Arbeiten auf unseren Flächen erhält die VNP Stiftung Naturschutzpark Lüneburger Heide Zuwendungen der EU aus verschiedenen Maßnahmen:

 

 

„Agrarumwelt- und Klimaschutzmaßnahmen"

Mit diesen Maßnahmen werden landwirtschaftliche Betriebe bei der Erhaltung und Verbesserung der Umweltsituation unterstützt. Ziel ist eine nachhaltige und ressourcenschonende Bewirtschaftung in Bezug auf Artenvielfalt, Boden, Wasser und den Schutz des Klimas. 

 

„Ausgleichszulage"

Mit dieser Maßnahme werden landwirtschaftliche Betriebe in Gebieten unterstützt, die aus erheblichen naturbedingten Gründen benachteiligt sind. Ziel ist die dauerhafte Nutzung durch die Landwirtschaft und der Erhalt von nachhaltigen Bewirtschaftungsformen.

 

 „Erhalt und Entwicklung von Lebensräumen und Arten"

Mit dieser Maßnahme werden Erhalt, Entwicklung und Wiederherstellung von Lebensräumen und deren Arten in ländlichen Landschaften unterstützt. Ziel ist die
Sicherung des europäischen ökologischen Netzes „NATURA 2000" und der biologischen Vielfalt.

Aktuelle Projekte:
"Neubau eines Schafstalles für die Schnuckenherde Pietzmoor-Komplex"

 

"Spezieller Arten- und Biotopschutz"

Mit dieser Maßnahme wird die Durchführung von Biotopschutzmaßnahmen in der Agrarlandschaft unterstützt. Ziel ist die Sicherung des europäischen ökologischen
Netzes „NATURA 2000", der Naturschutzgebiete und Großschutzgebiete.

Aktuelle Projekte:
Opens internal link in current window„Erhalt und Entwicklung von Wiesenvogelarten im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide“
Opens internal link in current window„Fortsetzung der Hochmoor-Renaturierungsmaßnahmen im Pietzmoor-Komplex“

 

 


Projekt „Erhalt und Entwicklung von Wiesenvogelarten im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide“

Projektzeitraum 2016 - 2022

Feuchtwiesen sind eine vom Menschen geschaffene Kulturlandschaft, die durch eine angepasste Mahd und Beweidung einen reichhaltigen Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten bilden. Leider geht ihre Ausdehnung seit mehr als 40 Jahren durch Trockenlegungen, Intensivierung der Landwirtschaft, Umwandlung in Ackerland oder Verbrachung zurück. Wiesenvögel, die auf Feuchtwiesen zur Brut und Nahrungssuche angewiesen sind, leiden durch diesen Verlust ihres Lebensraumes, was durch die seit Jahrzehnten rückläufigen Bestandszahlen dieser Arten, insbesondere im niedersächsischen Binnenland, deutlich wird. Hinzu kommt ein erhöhter Prädationsdruck (z.B. durch Füchse) in den entwässerten Gebieten, der zu stärkeren Gelege- und Brutverlusten und damit sinkenden Reproduktionsraten führt.

Das Naturschutzgebiet Lüneburger Heide bietet günstige Voraussetzungen für einen erfolgreichen Wiesenvogelschutz. Allein der bestehende Schutzstatus als Naturschutzgebiet und EU-Vogelschutzgebiet und die umfassende Pflege durch den VNP ermöglichen es, großflächig Maßnahmen durchzuführen und eine abgestimmte Bewirtschaftung (Mahd, angepasste Beweidung, Verzicht auf intensive Düngung oder Einsatz von Pestiziden) im Projektgebiet sicher zu stellen. Das Ziel des Projektes ist es, die Bestandsentwicklung der Wiesenvögel durch Erhaltung bzw. Wiederherstellung des Lebensraumes zu stabilisieren und sich somit vom landes- und bundesweiten negativen Trend abzuheben.

Das Projekt umfasst Maßnahmen zur Optimierung des Lebensraumes durch die Schaffung großräumig offener Flächen, Gewässerrenaturierung und Prädatorenregulierung, begleitet durch ein regelmäßiges Vogelmonitoring zur Erfassung der Bestände. Die zwei Projektgebiete, in denen die Maßnahmen umgesetzt werden, umfassen zum einen das Twißelmoor bis zum Tütsberger Grünland und zum anderen die Hörpeler Heide mit den angrenzenden Grünlandflächen, mit einer Gesamtfläche von knapp 600 ha.

AKTUELLES aus dem Projekt

April 2017

Im Winter 2016/17 hat das Projektgebiet, das sich vom Twißelmoor bis ins Tütsberger Grünland erstreckt, ein neues Gesicht bekommen. Zahlreiche Gehölze, Einzelbäume, Baumgruppen und -reihen, wurden gefällt, um großräumig zusammenhängende Freiflächen zu schaffen, die von Wiesenvogelarten gerne zum Brüten aufgesucht werden. Von hohen Strukturen halten sie meistens Abstand, da  hier Greifvögel landen und der Brut als Fressfeinde zu nahe kommen können. Darum ist die Schaffung von freien Flächen ein Hauptziel des Wiesenvogelschutzprojektes. Im Sommer soll mit den Arbeiten zur Gewässerrenaturierung und Wiedervernässung des Tütsberger Grünlandes begonnen werden. Die Vögel brauchen feuchte, insektenreiche Wiesen, in denen sie nach Nahrung stochern können.

Dieses Frühjahr sind Kiebitz und Großer Brachvogel wieder ins Naturschutzgebiet zurückgekehrt, und einzelne Brutpaare sind auch in den Projektgebieten zu beobachten. Mit unserem Projekt wollen wir diese Bestände sichern und dem rückläufigen Trend entgegenwirken. Vielleicht schaffen wir es auch, wieder mehr Brachvögel, Kiebitze und andere Wiesenvogelarten im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide brüten zu sehen.

Vor der Maßnahme - Dezember 2016
Nach der Maßnahme - März 2017
Vor der Maßnahme - Dezember 2016
Nach der Maßnahme - März 2017

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Projekt „Fortsetzung der Hochmoor-Renaturierungsmaßnahmen im Pietzmoor-Komplex“

Projektzeitraum 2016 – 2022 

Der Pietzmoor-Komplex setzt sich u.a. aus dem Möhrer Moor, dem Pietzmoor und dem Freyersener Moor zusammen. Diese Moore besitzen als die östlichsten Hochmoore innerhalb der Moore Niedersachsens einen Sonderstatus. Hier an der Grenze zwischen atlantischer und kontinentaler Klimazone ist die Niederschlagsmenge eben noch ausreichend um eine Hochmoorentwicklung zu ermöglichen. Das Pietzmoor ist das bekannteste der genannten Moore. Mit Torfmächtigkeiten von bis zu 6 Metern stellte das Moor für die Anwohner eine attraktive Quelle zur Gewinnung von Torf als Brennstoff dar. Über 80 mehr oder minder schmale Torfstiche wurden so nach Anlage eines Grabensystemes zur Entwässerung in den Moorkörper gegraben.

Mitte der 80er Jahre wurde dann mit der Wiedervernässung dieser Moore durch das Anlegen von Kammerungen in den Entwässerungsgräben und durch Entkusselungsmaßnahmen begonnen. Dieser Schritt war existenziell für die Erhaltung des Pietzmoores, da so eine Mineralisierung des Torfkörpers zunächst gestoppt werden konnte.

Zusätzliche Anstrengungen wurden im Jahr 2004 unternommen. Im Rahmen des Naturschutzgroßprojektes sind Kammerungen ausgebessert und wieder in vollem Umfang funktionsfähig gemacht worden. Um den Wasserstand in den Mooren weiterhin positiv zu entwickeln wurden zudem 200 Kammerungen neu geschaffen worden. Weitere Hochmoor-Renaturierungsmaßnahmen wurden in den Folgejahren durchgeführt.

Alle Maßnahmen führten zwar zu einer deutlichen Verbesserung der hydrologischen Situation und in einigen Bereichen auch zu einem flächigen Absterben von Gehölzen, sie führten aber noch nicht dazu, dass sich das Pietzmoor sich selbst regulierend entwickeln kann.

Bis wir einen ausreichend hohen Wasserstand bzw. eine ausreichende Wassersättigung der Torfschichten erreicht haben werden, muss gegen die wieder aufwachsenden Gehölze, auch mit der Heidschnuckenherde des VNP, angekämpft werden. Da die Zahl der Heidschnucken zur Zurückdrängung des Hauptanteiles aufwachsender Gehölze in den offenen Moorflächen mittlerweile nicht mehr ausreicht, wird zur Zeit das bewilligte Projekt „Neubau eines Schafstalles für die Schnuckenherde Pietzmoor-Komplex“ über die Förderrichtlinie EELA aus Mitteln der EU, des Landes Niedersachsen und des VNP umgesetzt.

Im Rahmen des SAB-Projektes „Fortsetzung der Hochmoor-Renaturierungsmaßnahmen im Pietzmoor-Komplexes“ ist über einen Zeitraum von 7 Jahren ein Bündel an Maßnahmen geplant:

Im Einzelnen sind Gehölzentnahmen und Entkusselungsmaßnahmen zur Schaffung und Erhaltung offener Moorflächen vorgesehen. Die Entkusselung von Torfstichen und sehr nasser Moorflächen ist zudem geplant. Um die Beweidung in allen offenen Moorflächen gewährleisten zu können, werden Waldbereiche zwischen offenen Moorbereichen so weit aufgelichtet, dass ein Durchziehen der Schnuckenherde möglich wird. Sehr wichtig sind darüber hinaus Maßnahmen zur Anlage und Ausbesserung von Kammerungen. Zur Vernetzung der einzelnen Moorlebensräume auch mit der sie umgebenden Kulturlandschaft werden in den Randbereichen des Moorkomplexes Fichten entfernt bzw. geringelt.

Diese Maßnahmen werden durch die Europäische Union und das Land Niedersachsen finanziert.

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Richtlinie "Landschaftswerte"

Projekt "Erhalt des Schafstalls auf dem Hanstedter Töps"

Im Oktober 2016 bekam der VNP die Zusage einer Zuwendung in Höhe von 24.700,00 EUR (65% der Gesamtkosten) für die Durchführung des Projekts "Erhalt des Schafstalls auf dem Hanstedter Töps". Das Projekt wird mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung gefördert. Die restlichen Kosten werden vom Landkreis Harburg übernommen. 

Im Rahmen des Projekts wird das Reetdach des  in den 1960er Jahren gebauten Schafstalls, teilsaniert. Er eignet sich dann hervorragend für die Einlagerung von Heidepflegematerial oder Heu, eine Nutzung als Stall für eine Heidschnuckenherde ist an dieser Stelle nicht mehr möglich, weil der Stall dafür nach heutigen Arbeits?, Wirtschafts? und Tierhaltungsgesichtspunkten zu klein ist. Da die VNP Stiftung Naturschutzpark im weiteren Umfeld der Heideflächen auf dem „Hanstedter Töps“ keine Möglichkeit hat, das durch die Pflegemaßnahmen gewonnene Material „am Ort des Geschehens“ einlagern zu können, bietet sich dieser Stall dafür hervorragend an. Alternativ müssten die Heideballen in weit vom „Töps“ entfernten Gebäuden der VNP Stiftung eingelagert werden, was zu hohen Entfernungen und damit zu unwirtschaftlichen Bedingungen führen würde.

Der alte Schafstall gehört an dieser Stelle zum typischen Bild der Lüneburger Heide dazu und wäre ohne eine sinnvolle und wirtschaftliche Nutzung dem Verfall preisgegeben.

16. Dezember 2016
13. März 2017
22. März 2017: fertig

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Bingo-Umweltstiftung

Verbissschutz für Stühbüsche

Projektzeitraum 15. September - 1. Dezember 2016

Um eine Besonderheit des Naturschutzgebietes Lüneburger Heide, die sog. „Stühbüsche“, zu erhalten, finanziert die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung Schutzgitter gegen Wild- und Ziegenverbiss mit insgesamt 4.300 EUR.

Die VNP-Stiftung Naturschutzpark Lüneburger Heide will mithilfe dieser Förderung an ausgewählten Standorten neue „Stühbüsche“ entwickeln, da viele alte Eichen nicht mehr ausschlagen.  Die „Stühbüsche“ bieten sowohl bedrohten Tierarten als auch seltenen Pflanzen Lebensraum. Um die ausschlagenden Eichen vor Wild- und Ziegenverbiss zu schützen, sollen „auf den Stock gesetzte“ jüngere Eichen mit einem speziellen Verbiss-Schutzgitter versehen werden.

Bei „Stühbüschen“ wurden zur Zeit der Heidebauernwirtschaft meist Eichen zur Brenn- und Bauholzgewinnung „auf den Stock gesetzt“, d.h. kurz über der Bodenoberfläche abgeschnitten. Aus dem Stock trieben die Bäume dann oftmals wieder aus und bilden heute skurrile Baumgestalten, deren Wurzelstöcke wesentlich älter sind als die für uns sichtbaren Bäume. Jede dieser Einzelbäume und Eichengruppen ist ein Individuum, auch wenn der direkte Zusammenhang oberirdisch nicht mehr zu erkennen ist. Wahrscheinlich sind diese aus reiner Traubeneiche bestehenden "Stühbüsche" aus vormals geschlossenen Wäldern hervorgegangen. Bei dem großen Holzmangel im 19. Jahrhundert wurde aus den rechtlich ungeschützten und allgemein zugänglichen „Stühbüsche“ vermutlich jeder nutzbare Knüppel Holz ausgeplündert. Nach den damaligen Beschreibungen können sie nur noch einen sehr krüppelhaften Wuchs gezeigt haben.

Erst im 20. Jahrhundert - nach Beendigung der Nutzung - sind sie zu stattlichen Baumgruppen herangewachsen, deren echtes Alter wohl mehrere hundert Jahre zählt. Ein besonders schöner historischer "Stühbusch" ist am Wulfsberg zwischen Niederhaverbeck und Tütsberg zu sehen. Die Erhaltung bestehender „Stühbüsche“ haben für den VNP eine ebenso hohe Priorität wie die gezielte Entwicklung junger Eichenbestände zu zukünftigen „Stühbüschen“, an denen sich eine vielfältige Pflanzen- und Tierwelt angepasst hat. Das Projekt dient auch der Darstellung dieser Nutzungsform.

Alter Stühbusch am Wulfsberg

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Reetdachsanierung des historischen Schweinestalls auf dem Hof Bockheber

Der unter Baudenkmalschutz stehende historische Schweinestall der Stiftung Naturschutzpark Lüneburger Heide auf dem Hof Bockheber musste zur Erhaltung des Gebäudes neu mit Reet eingedeckt werden. Mit Unterstützung der Bingo-Umweltstiftung in Höhe von 20.000,- EUR konnte die Dachsanierung Anfang des Jahres 2016 durchgeführt werden. Der Schweinestall auf dem Hof Bockheber ist Teil eines ebenfalls unter Denkmalschutz stehenden Gebäudeensembles und zeigt in den wesentlichen Strukturen alle Bestandteile eines historischen Heidebauernhofes der Lüneburger Heide.

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