VNP - Hüter der Heide

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EU-Zuwendungen aus dem ELER-Fonds

 

Zur Durchführung der vielfältigen Arbeiten auf unseren Flächen erhält die VNP Stiftung Naturschutzpark Lüneburger Heide Zuwendungen der EU aus verschiedenen Maßnahmen:

 

 

„Agrarumwelt- und Klimaschutzmaßnahmen"

Mit diesen Maßnahmen werden landwirtschaftliche Betriebe bei der Erhaltung und Verbesserung der Umweltsituation unterstützt. Ziel ist eine nachhaltige und ressourcenschonende Bewirtschaftung in Bezug auf Artenvielfalt, Boden, Wasser und den Schutz des Klimas. 

 

„Ausgleichszulage"

Mit dieser Maßnahme werden landwirtschaftliche Betriebe in Gebieten unterstützt, die aus erheblichen naturbedingten Gründen benachteiligt sind. Ziel ist die dauerhafte Nutzung durch die Landwirtschaft und der Erhalt von nachhaltigen Bewirtschaftungsformen.

 

 „Erhalt und Entwicklung von Lebensräumen und Arten"

Mit dieser Maßnahme werden Erhalt, Entwicklung und Wiederherstellung von Lebensräumen und deren Arten in ländlichen Landschaften unterstützt. Ziel ist die
Sicherung des europäischen ökologischen Netzes „NATURA 2000" und der biologischen Vielfalt.

Aktuelle Projekte:
Opens internal link in current window"Heidebrand als traditionelle Kulturlandschaftspflege – Anschaffung von Geräten"
"Neubau eines Schafstalles für die Schnuckenherde Pietzmoor-Komplex" ist abgeschlossen

 

"Spezieller Arten- und Biotopschutz"

Mit dieser Maßnahme wird die Durchführung von Biotopschutzmaßnahmen in der Agrarlandschaft unterstützt. Ziel ist die Sicherung des europäischen ökologischen
Netzes „NATURA 2000", der Naturschutzgebiete und Großschutzgebiete.

Aktuelle Projekte:
„Erhalt und Entwicklung von Wiesenvogelarten im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide“
„Fortsetzung der Hochmoor-Renaturierungsmaßnahmen im Pietzmoor-Komplex“

 

 


Projekt "Heidebrand als traditionelle Kulturlandschaftspflege – Anschaffung von Geräten"

Der Heidebrand stellt einen besonders wichtigen Mosaikbaustein im Pflegemanagement der Heideflächen des NSG Lüneburger Heide dar. Bei günstigen Brandbedingungen ist eine Verjüngung der Heide und ein effektiver Nährstoffaustrag durch den kontrollierten Einsatz von Feuer die preisgünstigste Pflegemethode.

Um Heidebrände auch zukünftig effektiv und in größerem Umfang durchführen zu können, wird die Stiftung Naturschutzpark im Rahmen dieses Projekts einen zweiten Vakuumpumptankwagen mit einem Fassungsvermögen von 15.000 l anschaffen sowie ein GPS-Gerät für das Flächenaufmaß in der Heidepflege. Vervollständigt wird das Equipment für den Heidebrand darüber hinaus durch Anschaffung von 3 Drip-Torches zum Legen des Feuers und 5 Feuerpatschen.

Für die Anschaffungen wurden Zuwendungen des Landes Niedersachsen unter finanzieller Beteiligung der EU in Höhe von 42.352,- € bewilligt.

 

 

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Heidebrand als wichtiger Baustein im Pflegemanagement der Heideflächen im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide

Im Gegensatz zur Beweidung und anderen mechanischen Austragsverfahren (mit Ausnahme des Plaggens) wird durch den Heidebrand nur der Stickstoff als „Schadelement“ in der Heide ausgetragen (Durchschnittlich 100kg Reinstickstoff je Hektar Brandfläche). Andere Nährelemente, die heute in der Heide zumeist mangelhaft vorhanden sind wie Phosphor, Kali, Calcium, Magnesium …, bleiben zum größten Teil mit der Asche auf der Fläche erhalten. Dies kommt sehr vielen heidetypischen Arten, besonders der Lehmheiden, zugute, die unter heutigen Eintrags- und Austragsbedingungen unter einem selektiven Nährstoffmangel leiden. So ist etwa die Arnika in guten Populationen nur noch in Heiden zu finden, die regelmäßig gebrannt werden. Besonders positiv spricht das Birkhuhn auf Brandflächen an. Die Tiere nehmen hier Asche auf, äsen bevorzugt an den durch die Asche mit reichlich Spurenelementen versorgten Austrieben, nutzen den durch Wärme (schwarze Flächen) und Kräuterreichtum (Mineralisierung der verbleibenden Rohhumusauflage) höheren Insektenreichtum für die Aufzucht der Küken und profitieren von der erhöhten Strukturvielfalt entlang der Grenzlinien zur Altheide.

Per GPS aufgemessen werden alle Bearbeitungsflächen, die einen über mehrere Jahre wirksamen Eingriff in den Lebensraum darstellen. Dies sind bei der Heidepflege Plagg- und Schopperflächen, Entmoosungsflächen, Mulchflächen dichter Gehölzanflugbestände, Heidemahd und eben auch Heidebrandflächen. Dank des langjährigen Einsatzes moderner Messtechnik ist das mechanische Pflegemanagement im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide hervorragend dokumentiert. Seit 2003 wurden jährlich allein durch die GPS Messtechnik über 2500 mechanisch bearbeitete Flächen eingemessen und die durchgeführten Arbeiten, die Kosten, sowie die hierzu eingesetzten Förderprogramme in GIS Datenbanken dokumentiert.

Bei Preisen von bis zu 70 Cent je Quadratmeter (für Plaggflächen) ist eine lage- und flächengenaue Einmessung der Bearbeitungsflächen dringend erforderlich. Die Umstellung auf ein GPS-Aufmaß führte bei der Flächenbearbeitung zur Anlage deutlich kleinerer, sich der Landschaft durch geschwungene Formen und lange Außenränder wesentlich besser anpassende Bearbeitungsflächen, als in den Jahren zuvor bei einem Flächenaufmaß per Messrad möglich war.

Besonders für den Heidebrand ist ein lagegenaues Aufmaß wichtig: Die Lage der Brandflächen wird grundsätzlich der Feuerleitzentrale mitgeteilt, um im Ernstfall wirklich so rasch als möglich professionelle Löschunterstützung zu erhalten, bzw. um auszuschließen, das aufgrund der Brandanzeige ungewollte Brände in der Umgebung zunächst nicht beachtet werden.

Darüber hinaus wird das GPS Gerät genutzt, um die Polter des groben Entkusselungsmaterials aufzumessen und Karten für die Holzhackschnitzelfirmen zu erstellen. Dieses  Aufmaß dient dann wiederum zum Einweisen der Personen, die die Hackschnitzelpolterplätze nach dem Hacken des Materials säubern. (Aufnahme der verbleibenden Reisig, Nadel- und Blattauflage mit dem Mähcontainer). In den vergangenen Jahren kamen hier über 200 Polterplätze jährlich zusammen.

Ohne eine lagegenaue Einmessung der Pflegeflächen konnte die Pflegeplanung für das Folgejahr nur sehr grob bzw. extrem zeitaufwendig erfolgen.

Besonders während der Vegetationsperiode ist das GPS Gerät das wichtigste Werkzeug zur Dokumentation standorttreuer wertgebender Arten des NSG. So wurden allein in den Jahren 2014 und 2015 über 95.000 Fundpunkte gefährdeter Gefäßpflanzen, Moose, Flechten und Insekten per GPS lagegenau aufgenommen. Ohne eine lagegenaue Erfassung hochgradig gefährdeter Arten wie z.B. der Roten Röhrenspinne, der Niedrigen Schwarzwurzel, der Schlingnatter und vieler weiterer Arten ist es nicht möglich, die Pflegeplanung z.B. für Brand- oder Plaggflächen  auf diese Vorkommen abzustimmen.

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Projekt „Erhalt und Entwicklung von Wiesenvogelarten im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide“

Projektzeitraum 2016 - 2022

Feuchtwiesen sind eine vom Menschen geschaffene Kulturlandschaft, die durch eine angepasste Mahd und Beweidung einen reichhaltigen Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten bilden. Leider geht ihre Ausdehnung seit mehr als 40 Jahren durch Trockenlegungen, Intensivierung der Landwirtschaft, Umwandlung in Ackerland oder Verbrachung zurück. Wiesenvögel, die auf Feuchtwiesen zur Brut und Nahrungssuche angewiesen sind, leiden durch diesen Verlust ihres Lebensraumes, was durch die seit Jahrzehnten rückläufigen Bestandszahlen dieser Arten, insbesondere im niedersächsischen Binnenland, deutlich wird. Hinzu kommt ein erhöhter Prädationsdruck (z.B. durch Füchse) in den entwässerten Gebieten, der zu stärkeren Gelege- und Brutverlusten und damit sinkenden Reproduktionsraten führt.

Das Naturschutzgebiet Lüneburger Heide bietet günstige Voraussetzungen für einen erfolgreichen Wiesenvogelschutz. Allein der bestehende Schutzstatus als Naturschutzgebiet und EU-Vogelschutzgebiet und die umfassende Pflege durch den VNP ermöglichen es, großflächig Maßnahmen durchzuführen und eine abgestimmte Bewirtschaftung (Mahd, angepasste Beweidung, Verzicht auf intensive Düngung oder Einsatz von Pestiziden) im Projektgebiet sicher zu stellen. Das Ziel des Projektes ist es, die Bestandsentwicklung der Wiesenvögel durch Erhaltung bzw. Wiederherstellung des Lebensraumes zu stabilisieren und sich somit vom landes- und bundesweiten negativen Trend abzuheben.

Das Projekt umfasst Maßnahmen zur Optimierung des Lebensraumes durch die Schaffung großräumig offener Flächen, Gewässerrenaturierung und Prädatorenregulierung, begleitet durch ein regelmäßiges Vogelmonitoring zur Erfassung der Bestände. Die zwei Projektgebiete, in denen die Maßnahmen umgesetzt werden, umfassen zum einen das Twißelmoor bis zum Tütsberger Grünland und zum anderen die Hörpeler Heide mit den angrenzenden Grünlandflächen, mit einer Gesamtfläche von knapp 600 ha.

AKTUELLES aus dem Projekt

April 2017

Im Winter 2016/17 hat das Projektgebiet, das sich vom Twißelmoor bis ins Tütsberger Grünland erstreckt, ein neues Gesicht bekommen. Zahlreiche Gehölze, Einzelbäume, Baumgruppen und -reihen, wurden gefällt, um großräumig zusammenhängende Freiflächen zu schaffen, die von Wiesenvogelarten gerne zum Brüten aufgesucht werden. Von hohen Strukturen halten sie meistens Abstand, da  hier Greifvögel landen und der Brut als Fressfeinde zu nahe kommen können. Darum ist die Schaffung von freien Flächen ein Hauptziel des Wiesenvogelschutzprojektes. Im Sommer soll mit den Arbeiten zur Gewässerrenaturierung und Wiedervernässung des Tütsberger Grünlandes begonnen werden. Die Vögel brauchen feuchte, insektenreiche Wiesen, in denen sie nach Nahrung stochern können.

Dieses Frühjahr sind Kiebitz und Großer Brachvogel wieder ins Naturschutzgebiet zurückgekehrt, und einzelne Brutpaare sind auch in den Projektgebieten zu beobachten. Mit unserem Projekt wollen wir diese Bestände sichern und dem rückläufigen Trend entgegenwirken. Vielleicht schaffen wir es auch, wieder mehr Brachvögel, Kiebitze und andere Wiesenvogelarten im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide brüten zu sehen.

Vor der Maßnahme - Dezember 2016
Nach der Maßnahme - März 2017
Vor der Maßnahme - Dezember 2016
Nach der Maßnahme - März 2017

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Projekt „Fortsetzung der Hochmoor-Renaturierungsmaßnahmen im Pietzmoor-Komplex“

Projektzeitraum 2016 – 2022 

Der Pietzmoor-Komplex setzt sich u.a. aus dem Möhrer Moor, dem Pietzmoor und dem Freyersener Moor zusammen. Diese Moore besitzen als die östlichsten Hochmoore innerhalb der Moore Niedersachsens einen Sonderstatus. Hier an der Grenze zwischen atlantischer und kontinentaler Klimazone ist die Niederschlagsmenge eben noch ausreichend um eine Hochmoorentwicklung zu ermöglichen. Das Pietzmoor ist das bekannteste der genannten Moore. Mit Torfmächtigkeiten von bis zu 6 Metern stellte das Moor für die Anwohner eine attraktive Quelle zur Gewinnung von Torf als Brennstoff dar. Über 80 mehr oder minder schmale Torfstiche wurden so nach Anlage eines Grabensystemes zur Entwässerung in den Moorkörper gegraben.

Mitte der 80er Jahre wurde dann mit der Wiedervernässung dieser Moore durch das Anlegen von Kammerungen in den Entwässerungsgräben und durch Entkusselungsmaßnahmen begonnen. Dieser Schritt war existenziell für die Erhaltung des Pietzmoores, da so eine Mineralisierung des Torfkörpers zunächst gestoppt werden konnte.

Zusätzliche Anstrengungen wurden im Jahr 2004 unternommen. Im Rahmen des Naturschutzgroßprojektes sind Kammerungen ausgebessert und wieder in vollem Umfang funktionsfähig gemacht worden. Um den Wasserstand in den Mooren weiterhin positiv zu entwickeln wurden zudem 200 Kammerungen neu geschaffen worden. Weitere Hochmoor-Renaturierungsmaßnahmen wurden in den Folgejahren durchgeführt.

Alle Maßnahmen führten zwar zu einer deutlichen Verbesserung der hydrologischen Situation und in einigen Bereichen auch zu einem flächigen Absterben von Gehölzen, sie führten aber noch nicht dazu, dass sich das Pietzmoor sich selbst regulierend entwickeln kann.

Bis wir einen ausreichend hohen Wasserstand bzw. eine ausreichende Wassersättigung der Torfschichten erreicht haben werden, muss gegen die wieder aufwachsenden Gehölze, auch mit der Heidschnuckenherde des VNP, angekämpft werden. Da die Zahl der Heidschnucken zur Zurückdrängung des Hauptanteiles aufwachsender Gehölze in den offenen Moorflächen mittlerweile nicht mehr ausreicht, wird zur Zeit das bewilligte Projekt „Neubau eines Schafstalles für die Schnuckenherde Pietzmoor-Komplex“ über die Förderrichtlinie EELA aus Mitteln der EU, des Landes Niedersachsen und des VNP umgesetzt.

Im Rahmen des SAB-Projektes „Fortsetzung der Hochmoor-Renaturierungsmaßnahmen im Pietzmoor-Komplexes“ ist über einen Zeitraum von 7 Jahren ein Bündel an Maßnahmen geplant:

Im Einzelnen sind Gehölzentnahmen und Entkusselungsmaßnahmen zur Schaffung und Erhaltung offener Moorflächen vorgesehen. Die Entkusselung von Torfstichen und sehr nasser Moorflächen ist zudem geplant. Um die Beweidung in allen offenen Moorflächen gewährleisten zu können, werden Waldbereiche zwischen offenen Moorbereichen so weit aufgelichtet, dass ein Durchziehen der Schnuckenherde möglich wird. Sehr wichtig sind darüber hinaus Maßnahmen zur Anlage und Ausbesserung von Kammerungen. Zur Vernetzung der einzelnen Moorlebensräume auch mit der sie umgebenden Kulturlandschaft werden in den Randbereichen des Moorkomplexes Fichten entfernt bzw. geringelt.

Diese Maßnahmen werden durch die Europäische Union und das Land Niedersachsen finanziert.

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EU-Zuwendungen aus dem EFRE-Fonds

Richtlinie "Landschaftswerte"

Projekt "Entwicklung einer Mehrzweckmaschine für die Offenlandpflege"

Der VNP wird eine Anbaumaschine für einen Schlepper entwickeln, die in Kombination mit einem Forstmulcher gleichzeitig in der Lage ist, Gehölze aus der Heide zu entnehmen und vorkonzentriertes Entkusselungsmaterial so weit zu zerkleinern und aufzunehmen, dass es auf Ackerflächen ausgebracht werden kann.

Neben den Arbeiten zur Gehölzbekämpfung ist ein ebenso wichtiger Aspekt des Einsatzgebietes der neu zu entwickelnden Maschine die Möglichkeit der Nährstoffakkumulation in den Heiden, flechtenreichen Kiefernwälder, Wald-Heide-Übergangsbereichen und in vermoosten Magerrasenbereichen durch Schopperarbeiten entgegen zu wirken. Im Gegensatz zu allen bisher im Einsatz befindlichen Plagg- und Schoppermaschinen soll die Neuentwicklung hierbei unempfindlich gegenüber versteckt liegenden Findlingen und Stubben sein. Nur so kann in den Wald-Heide-Übergängen bzw. in vielen Bereichen, die durch ihren Findlingsreichtum gekennzeichnet sind, die Heidevegetation erhalten bleiben bzw. wiederhergestellt werden.

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Projekthintergrund:

Für kein Anbaugerät findet sich in der Pflegesaison in den Heideflächen des NSG Lüneburger Heide eine größere zeitliche Auslastung als für den Mähcontainer. Von September bis März war diese Maschine in den vergangenen Jahren an jedem Tag, an dem die Witterung dies zuließ, zur Heidepflege, zum Erhalt magerer Wegränder und Waldinnensäume und zur Pflege von Sandmagerrasen im Einsatz.

Ein großes Aufgabenfeld des Mähcontainers ist die Bekämpfung von Gehölzen. Das Abmulchen von dichtem Kiefernanflug erfolgte hierbei im Durchschnitt jährlich einer auf Fläche von etwa 40 ha.

Durch die Abfallverordnung ist die Entsorgung des Entkusselungsmaterials durch ein Aufbrennen in der Fläche nicht mehr möglich. Auch hier ist die Kombination aus Forstmulcher und Mähcontainer die einzige Möglichkeit, das Volumen des Materials durch ein Häckseln in der Fläche kostengünstig so weit zu reduzieren, dass eine Abfuhr zur Kompostierung möglich wird. Kiefern und Birken werden hierzu händisch oder durch den Kreiselschwader (je nach Größe des Entkusselungsmaterials) in Schwadreihen zusammengezogen und durch die Maschine aufgenommen.

Diese Methode bietet gegenüber dem Zusammenschieben und Aufbrennen zusätzlich den Vorteil, dass in gleichaltrigen Heidearealen durch das Mulchen des Entkusselungsmaterials mitsamt der Krautschicht eine großer Strukturreichtum geschaffen wird, da sehr viele schmale Pionierstadien innerhalb der Heide geschaffen werden.

In Waldheideübergangsbereichen und Waldheiden stellt der Mähcontainer die effektivste Möglichkeit dar, eine Krautschicht magerer Standorte langfristig zu erhalten.

Auch eine Saatgutgewinnung sowohl von Ackerwildkräutern als auch von Magerrasenarten und Teichbodengesellschaften wurde durch den Mähcontainer durchgeführt. Das aus artenreichen Flächen gewonnene Mulchmaterial ermöglicht eine Neuansiedlung seltener Arten auf Flächen mit geeigneten Standortbedingungen. Während die Biomassenentnahme z.B. in verfilzenden Bereichen der Winterteiche eine dringend erforderliche Pflegemaßnahme darstellt, kann so das Risiko des Aussterbens extrem seltener Arten (Zwerglein, Fadenenzian …) durch eine Verteilung auf ein größeres Wuchsareal minimiert werden, wobei die Entfernung zwischen Spenderfläche und Neuansiedlungsareal grundsätzlich maximal einige Kilometer beträgt.

Vermooste und vergraste Heideareale wurden durch die Maschine entmoost. In geringem Umfang konnte der Mähcontainer auch zu Schopperarbeiten eingesetzt werden. Spätestens bei diesen Arbeiten zeigen sich aber die Grenzen eines Gerätes, dass ursprünglich zur Aufnahme von Laub bzw. zum Mähen konzipiert wurde. Trotz vieler Umbauten an der Maschine, um sie für die extremen Belastungen bei der Heidepflege auszurüsten, waren die Unterhaltungskosten und Standzeiten enorm.

Die Schlegelwelle wurde während der Laufzeit des Gerätes dreimal ersetzt, da Findlinge getroffen wurden. Die frei schwingenden Schlegel auf der Welle und deren Haltebolzen sind einem enormen Verschleiß unterworfen und müssen bei intensiver Nutzung vierzehntägig sehr zeitintensiv gewechselt werden. Die Keilriemensätze mussten sehr häufig erneuert werden (im Schnitt einmal monatlich). Aufgrund des Sandabriebes wurden mehrfach neue Bleche (bis 2mm Stärke) um die Mulchwelle herum aufgeschweißt, dennoch sind die Wandungen heute in einigen Bereichen so dünn geworden, dass Steine und abgerissene Schlegel häufig durchschlagen. Der Tragrahmen des Mähcontainers brach aufgrund des Geländes mehrfach, er wurde deutlich verstärkt. Alle Schweißnähte der Maschine mussten nachgeschweißt werden, alle Kugellager von Wellen und Getriebe wurde inklusive verschlissener Lagerschalen bereits mindestens zweifach ausgetauscht.

Aufgrund der über Jahre mit dem Mähcontainer gesammelten Erfahrungen können heute sehr detaillierte Aussagen über technische Erfordernisse und Lösungen zur Optimierung des Einsatzes in den vielfältigen Einsatzfeldern getroffen werden.

Der bisher eingesetzte Mähcontainer zeigte in einmaliger Weise, welch eine Verbesserung eine in dieser Form arbeitende Maschine bezüglich der auf den Erhalt der Arten abgestimmten Pflege bringt. Ein Anbaugerät, das in einem Arbeitsgang bis an den Sandboden heran Gehölze und Vegetationsaufwuchs schlegelt, aufnimmt und dabei recht wendig ist, wird in der Zukunft der Heidepflege der Lüneburger Heide immer größere Bedeutung erhalten. Großräumige Plagg- und Schopperareale über einem Hektar sind im Schutzgebiet kaum mehr erforderlich, da in den vergangenen 15 Jahren bereits eine sehr flächenhafte Bekämpfung der Drahtschmielen- und Pfeifengrasdominanzstadien stattfand. Ziel der Heidepflege ist heute für weite Bereiche ein kleinräumiges Mosaik verschiedenster Altersstadien der Heide – von der Pionierphase bis hin zur Degenerationsphase. Gehölze werden innerhalb der Heiden bewusst als Brut- und Ansitzwarten belassen, die klaren Grenzen zwischen Wald- und Offenland werden durch tief gestaffelte Wald- Heide-Übergangsbereiche ersetzt. Einer bewussten Unterbeweidung der Heiden steht ein intensives Management durch Heidebrand und mechanischen Pflegemaßnahmen zur Seite, dass einen großen Strukturreichtum schafft bzw. erhält.

All diese auf den Artenschutz abgestimmten Arbeiten erfordern eine Technik zur Verjüngung der Heiden, bzw. zum Nährstoffaustrag, die sehr flexibel und effizient auf kleinen Flächen einsetzbar ist. Jährlich besteht bei einer Gesamtfläche von über 6.000 ha, die als nährstoffarme Magerrasen und Heiden durch den VNP erhalten werden, ein großer Bedarf an Flächen, bei denen ein Biomassenaustrag erforderlich ist.

Das Projekt wird mit 140.140,- € bezuschusst.

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Projekt "Ziegensicherer Verbissschutz für Alleebäume im NSG Lüneburger Heide"

Zum Schutz vor Verbiss durch Wild oder Ziegen wurden Verbissschutzgitter beschafft und aufgestellt. Jeder Baum ist von vier Gittern umstellt. An den Gittern befinden sich Ösen, durch welche ein Eisenstab bis in den Boden gesteckt wird. So ist der zaun an vier Ecken sicher und stabil im Boden verankert. Für die spätere Baumpflege kann dieser sTab leicht herausgezogen werden, um das Zaunelement aufzuklappen.

Diese Gitter lassen sich mit geringem Arbeitsaufwand aufbauen, sind lange haltbar bzw. wiederverwendbar und sie schädigen die Bäume nicht durch Schimmelbildung oder Hitzestau, den andere Arten von Verbissschutz verursachen können.

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Projekt "Erhalt des Schafstalls auf dem Hanstedter Töps"

Im Oktober 2016 bekam der VNP die Zusage einer Zuwendung in Höhe von 24.700,00 EUR (65% der Gesamtkosten) für die Durchführung des Projekts "Erhalt des Schafstalls auf dem Hanstedter Töps". Das Projekt wird mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung gefördert. Die restlichen Kosten werden vom Landkreis Harburg übernommen. 

Im Rahmen des Projekts wird das Reetdach des  in den 1960er Jahren gebauten Schafstalls, teilsaniert. Er eignet sich dann hervorragend für die Einlagerung von Heidepflegematerial oder Heu, eine Nutzung als Stall für eine Heidschnuckenherde ist an dieser Stelle nicht mehr möglich, weil der Stall dafür nach heutigen Arbeits?, Wirtschafts? und Tierhaltungsgesichtspunkten zu klein ist. Da die VNP Stiftung Naturschutzpark im weiteren Umfeld der Heideflächen auf dem „Hanstedter Töps“ keine Möglichkeit hat, das durch die Pflegemaßnahmen gewonnene Material „am Ort des Geschehens“ einlagern zu können, bietet sich dieser Stall dafür hervorragend an. Alternativ müssten die Heideballen in weit vom „Töps“ entfernten Gebäuden der VNP Stiftung eingelagert werden, was zu hohen Entfernungen und damit zu unwirtschaftlichen Bedingungen führen würde.

Der alte Schafstall gehört an dieser Stelle zum typischen Bild der Lüneburger Heide dazu und wäre ohne eine sinnvolle und wirtschaftliche Nutzung dem Verfall preisgegeben.

16. Dezember 2016
13. März 2017
22. März 2017: fertig

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Bingo-Umweltstiftung

Projekt: Digitalisierung und Aufwertung von historischen avifaunistischen Daten aus dem Naturschutzgebiet Lüneburger Heide zum Vergleich von landschaftswandel und Vogelbeständen über die Zeit

Projektzeitraum Juli 2017 - November 2017

Die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung fördert mit 18.900 € die Digitalisierung historischer Daten über die Vogelwelt (Avifaun) in der Lüneburger Heide. Die VNP Stiftung Naturschutzpark will damit die historische Entwicklung der aktuellen Bestandszahlen im Naturschutzgebiet erforschen. "Daraus können Schlüsse für künftige landschaftspflegerische Zielvorstellungen und Pflegemaßnahmen gezogen werden", sagt VNP-Geschäftsführer Mathias Zimmermann. Denn Vögel können Indikatoren einer sich wandelnden Großlandschaft sein. Karsten Behr, Geschäftsführer der Bingo-Umweltstiftung erwartet, "dass neue Erkenntnisse in praxisgerechte handlungsanweisungen zum Schutz von ARten münden, was die Bingo-Stiftung nur begrüßen kann".

Im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide kommen 24 Arten vor, die mit höchster Priorität für Erhaltungs- und Entwicklungsmaßnahmen gelistet sind. für sie müssen besondere Schutzgebiete geschaffen und Schutzmaßnahmen getroffen werden, um ihr Überlegen und ihre Vermehrung sicherzustellen. So ist das Birkhuhn in der LÜneburger Heide eine der letzten autochthonen (einheimischen) Flachland-birkhuhnpopulationen Mitteleuropas. Der Blick in die Vergangenheit soll es erleichtern, den Einfluss von Klimawandel, Tourismus oder der Lebensraum-Veränderungen abzuschätzen.


Verbissschutz für Stühbüsche

Projektzeitraum 15. September - 1. Dezember 2016

Um eine Besonderheit des Naturschutzgebietes Lüneburger Heide, die sog. „Stühbüsche“, zu erhalten, finanziert die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung Schutzgitter gegen Wild- und Ziegenverbiss mit insgesamt 4.300 EUR.

Die VNP-Stiftung Naturschutzpark Lüneburger Heide will mithilfe dieser Förderung an ausgewählten Standorten neue „Stühbüsche“ entwickeln, da viele alte Eichen nicht mehr ausschlagen.  Die „Stühbüsche“ bieten sowohl bedrohten Tierarten als auch seltenen Pflanzen Lebensraum. Um die ausschlagenden Eichen vor Wild- und Ziegenverbiss zu schützen, sollen „auf den Stock gesetzte“ jüngere Eichen mit einem speziellen Verbiss-Schutzgitter versehen werden.

Bei „Stühbüschen“ wurden zur Zeit der Heidebauernwirtschaft meist Eichen zur Brenn- und Bauholzgewinnung „auf den Stock gesetzt“, d.h. kurz über der Bodenoberfläche abgeschnitten. Aus dem Stock trieben die Bäume dann oftmals wieder aus und bilden heute skurrile Baumgestalten, deren Wurzelstöcke wesentlich älter sind als die für uns sichtbaren Bäume. Jede dieser Einzelbäume und Eichengruppen ist ein Individuum, auch wenn der direkte Zusammenhang oberirdisch nicht mehr zu erkennen ist. Wahrscheinlich sind diese aus reiner Traubeneiche bestehenden "Stühbüsche" aus vormals geschlossenen Wäldern hervorgegangen. Bei dem großen Holzmangel im 19. Jahrhundert wurde aus den rechtlich ungeschützten und allgemein zugänglichen „Stühbüsche“ vermutlich jeder nutzbare Knüppel Holz ausgeplündert. Nach den damaligen Beschreibungen können sie nur noch einen sehr krüppelhaften Wuchs gezeigt haben.

Erst im 20. Jahrhundert - nach Beendigung der Nutzung - sind sie zu stattlichen Baumgruppen herangewachsen, deren echtes Alter wohl mehrere hundert Jahre zählt. Ein besonders schöner historischer "Stühbusch" ist am Wulfsberg zwischen Niederhaverbeck und Tütsberg zu sehen. Die Erhaltung bestehender „Stühbüsche“ haben für den VNP eine ebenso hohe Priorität wie die gezielte Entwicklung junger Eichenbestände zu zukünftigen „Stühbüschen“, an denen sich eine vielfältige Pflanzen- und Tierwelt angepasst hat. Das Projekt dient auch der Darstellung dieser Nutzungsform.

Alter Stühbusch am Wulfsberg

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Reetdachsanierung des historischen Schweinestalls auf dem Hof Bockheber

Der unter Baudenkmalschutz stehende historische Schweinestall der Stiftung Naturschutzpark Lüneburger Heide auf dem Hof Bockheber musste zur Erhaltung des Gebäudes neu mit Reet eingedeckt werden. Mit Unterstützung der Bingo-Umweltstiftung in Höhe von 20.000,- EUR konnte die Dachsanierung Anfang des Jahres 2016 durchgeführt werden. Der Schweinestall auf dem Hof Bockheber ist Teil eines ebenfalls unter Denkmalschutz stehenden Gebäudeensembles und zeigt in den wesentlichen Strukturen alle Bestandteile eines historischen Heidebauernhofes der Lüneburger Heide.

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