VNP - Hüter der Heide

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Projekt "Heidebrand als traditionelle Kulturlandschaftspflege – Anschaffung von Geräten"

Der Heidebrand stellt einen besonders wichtigen Mosaikbaustein im Pflegemanagement der Heideflächen des NSG Lüneburger Heide dar. Bei günstigen Brandbedingungen ist eine Verjüngung der Heide und ein effektiver Nährstoffaustrag durch den kontrollierten Einsatz von Feuer die preisgünstigste Pflegemethode.

Um Heidebrände auch zukünftig effektiv und in größerem Umfang durchführen zu können, wird die Stiftung Naturschutzpark im Rahmen dieses Projekts einen zweiten Vakuumpumptankwagen mit einem Fassungsvermögen von 15.000 l anschaffen sowie ein GPS-Gerät für das Flächenaufmaß in der Heidepflege. Vervollständigt wird das Equipment für den Heidebrand darüber hinaus durch Anschaffung von 3 Drip-Torches zum Legen des Feuers und 5 Feuerpatschen.

Für die Anschaffungen wurden Zuwendungen des Landes Niedersachsen unter finanzieller Beteiligung der EU in Höhe von 42.352,- € bewilligt.

 

 

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Heidebrand als wichtiger Baustein im Pflegemanagement der Heideflächen im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide

Im Gegensatz zur Beweidung und anderen mechanischen Austragsverfahren (mit Ausnahme des Plaggens) wird durch den Heidebrand nur der Stickstoff als „Schadelement“ in der Heide ausgetragen (Durchschnittlich 100kg Reinstickstoff je Hektar Brandfläche). Andere Nährelemente, die heute in der Heide zumeist mangelhaft vorhanden sind wie Phosphor, Kali, Calcium, Magnesium …, bleiben zum größten Teil mit der Asche auf der Fläche erhalten. Dies kommt sehr vielen heidetypischen Arten, besonders der Lehmheiden, zugute, die unter heutigen Eintrags- und Austragsbedingungen unter einem selektiven Nährstoffmangel leiden. So ist etwa die Arnika in guten Populationen nur noch in Heiden zu finden, die regelmäßig gebrannt werden. Besonders positiv spricht das Birkhuhn auf Brandflächen an. Die Tiere nehmen hier Asche auf, äsen bevorzugt an den durch die Asche mit reichlich Spurenelementen versorgten Austrieben, nutzen den durch Wärme (schwarze Flächen) und Kräuterreichtum (Mineralisierung der verbleibenden Rohhumusauflage) höheren Insektenreichtum für die Aufzucht der Küken und profitieren von der erhöhten Strukturvielfalt entlang der Grenzlinien zur Altheide.

Per GPS aufgemessen werden alle Bearbeitungsflächen, die einen über mehrere Jahre wirksamen Eingriff in den Lebensraum darstellen. Dies sind bei der Heidepflege Plagg- und Schopperflächen, Entmoosungsflächen, Mulchflächen dichter Gehölzanflugbestände, Heidemahd und eben auch Heidebrandflächen. Dank des langjährigen Einsatzes moderner Messtechnik ist das mechanische Pflegemanagement im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide hervorragend dokumentiert. Seit 2003 wurden jährlich allein durch die GPS Messtechnik über 2500 mechanisch bearbeitete Flächen eingemessen und die durchgeführten Arbeiten, die Kosten, sowie die hierzu eingesetzten Förderprogramme in GIS Datenbanken dokumentiert.

Bei Preisen von bis zu 70 Cent je Quadratmeter (für Plaggflächen) ist eine lage- und flächengenaue Einmessung der Bearbeitungsflächen dringend erforderlich. Die Umstellung auf ein GPS-Aufmaß führte bei der Flächenbearbeitung zur Anlage deutlich kleinerer, sich der Landschaft durch geschwungene Formen und lange Außenränder wesentlich besser anpassende Bearbeitungsflächen, als in den Jahren zuvor bei einem Flächenaufmaß per Messrad möglich war.

Besonders für den Heidebrand ist ein lagegenaues Aufmaß wichtig: Die Lage der Brandflächen wird grundsätzlich der Feuerleitzentrale mitgeteilt, um im Ernstfall wirklich so rasch als möglich professionelle Löschunterstützung zu erhalten, bzw. um auszuschließen, das aufgrund der Brandanzeige ungewollte Brände in der Umgebung zunächst nicht beachtet werden.

Darüber hinaus wird das GPS Gerät genutzt, um die Polter des groben Entkusselungsmaterials aufzumessen und Karten für die Holzhackschnitzelfirmen zu erstellen. Dieses  Aufmaß dient dann wiederum zum Einweisen der Personen, die die Hackschnitzelpolterplätze nach dem Hacken des Materials säubern. (Aufnahme der verbleibenden Reisig, Nadel- und Blattauflage mit dem Mähcontainer). In den vergangenen Jahren kamen hier über 200 Polterplätze jährlich zusammen.

Ohne eine lagegenaue Einmessung der Pflegeflächen konnte die Pflegeplanung für das Folgejahr nur sehr grob bzw. extrem zeitaufwendig erfolgen.

Besonders während der Vegetationsperiode ist das GPS Gerät das wichtigste Werkzeug zur Dokumentation standorttreuer wertgebender Arten des NSG. So wurden allein in den Jahren 2014 und 2015 über 95.000 Fundpunkte gefährdeter Gefäßpflanzen, Moose, Flechten und Insekten per GPS lagegenau aufgenommen. Ohne eine lagegenaue Erfassung hochgradig gefährdeter Arten wie z.B. der Roten Röhrenspinne, der Niedrigen Schwarzwurzel, der Schlingnatter und vieler weiterer Arten ist es nicht möglich, die Pflegeplanung z.B. für Brand- oder Plaggflächen  auf diese Vorkommen abzustimmen.

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