VNP - Hüter der Heide

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EU-Zuwendungen aus dem EFRE-Fonds

Richtlinie "Landschaftswerte"

Dieses Programm fördert Projekte, die einen nachhaltigen Beitrag zur Bewahrung, zum Schutz und zur Förderung des Natur- und Kulturerbes leisten, indem sie die Entwicklung der geschützten Natur und Landschaft positiv beeinflussen und zur nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung im ländlichen Raum beitragen. Es steigert die Qualität vorhandener Angebote und schafft neue, attraktive Infrastrukturen – beispielsweise durch die Sicherung und Entwicklung natürlicher Infrastrukturen, durch Erhöhung der Biodiversität oder durch Ökosystemdienstleistungen.


Projekt "Trockensteinmauern in Heidedorf Wilsede"

Projektzeitraum: März 2018 – Juni 2019

 

Die Einfriedung der Hofstellen in Wilsede mit Steinmauern ist historisch belegt. Durch den Bau einer neuen Steinmauer am Wiesental werden zwei vorhandene Steinmauern miteinander verbunden und als Biotope vernetzt. Durch ihre freie, sonnenzugewandte Lage wird sie ideale Lebensraumbedingungen für wärmeliebende Arten bieten. Dies trifft ebenso auf die geplanten Mauern am Hillmershof und an der Milchhalle  zu. Die Neubauten und Sanierung der ausgewählten Mauerabschnitte wird zudem das Ortsbild von Wilsede nach kulturhistorischem Vorbild insgesamt aufwerten und für Besucher noch attraktiver machen. Der ökologische, wirtschaftliche und soziale Nutzen des Projektes wird somit gewährleistet und der Erhalt der Trockensteinmauern als wichtige historische Kulturlandschaftselemente sichergestellt.

Fördersumme Landschaftswerte: 144.509,11 €


Projekt "Hillmershof Wilsede - Schulklassen erleben Kulturlandschaft - Teilantrag Hochbau"

Ausbau und Weiterentwicklung des historischen Hofes zu einer Umweltbildungseinrichtung für Kinder

Projektzeitraum:

Mai 2017 - April 2020

Finanzierung der geplanten Gesamtsumme von 555.462,18 €:

50 % durch EFRE-Mittel, Opens internal link in current windowDrittmittel der Niedersächsischen BINGO-Umweltstiftung sowie Eigenmittel der VNP Stiftung 


Projekt "Hillmershof Wilsede - Schulklassen erleben Kulturlandschaft - Teilantrag Personal"

Projektzeitraum:

Mai 2017 - Juni 2022

Finanzierung der geplanten Gesamtsumme von 218.708,00 €:

50 % Förderung aus EFRE-Mitteln, 15 % Förderung aus Mitteln des Landes Niedersachsen,Opens internal link in current window Drittmittel der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung, Eigentmittel der VNP Stiftung Naturschutzpark.


Projekt "Entwicklung einer Mehrzweckmaschine für die Offenlandpflege"

Der VNP wird eine Anbaumaschine für einen Schlepper entwickeln, die in Kombination mit einem Forstmulcher gleichzeitig in der Lage ist, Gehölze aus der Heide zu entnehmen und vorkonzentriertes Entkusselungsmaterial so weit zu zerkleinern und aufzunehmen, dass es auf Ackerflächen ausgebracht werden kann.

Neben den Arbeiten zur Gehölzbekämpfung ist ein ebenso wichtiger Aspekt des Einsatzgebietes der neu zu entwickelnden Maschine die Möglichkeit der Nährstoffakkumulation in den Heiden, flechtenreichen Kiefernwälder, Wald-Heide-Übergangsbereichen und in vermoosten Magerrasenbereichen durch Schopperarbeiten entgegen zu wirken. Im Gegensatz zu allen bisher im Einsatz befindlichen Plagg- und Schoppermaschinen soll die Neuentwicklung hierbei unempfindlich gegenüber versteckt liegenden Findlingen und Stubben sein. Nur so kann in den Wald-Heide-Übergängen bzw. in vielen Bereichen, die durch ihren Findlingsreichtum gekennzeichnet sind, die Heidevegetation erhalten bleiben bzw. wiederhergestellt werden.

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Projekthintergrund:

Für kein Anbaugerät findet sich in der Pflegesaison in den Heideflächen des NSG Lüneburger Heide eine größere zeitliche Auslastung als für den Mähcontainer. Von September bis März war diese Maschine in den vergangenen Jahren an jedem Tag, an dem die Witterung dies zuließ, zur Heidepflege, zum Erhalt magerer Wegränder und Waldinnensäume und zur Pflege von Sandmagerrasen im Einsatz.

Ein großes Aufgabenfeld des Mähcontainers ist die Bekämpfung von Gehölzen. Das Abmulchen von dichtem Kiefernanflug erfolgte hierbei im Durchschnitt jährlich einer auf Fläche von etwa 40 ha.

Durch die Abfallverordnung ist die Entsorgung des Entkusselungsmaterials durch ein Aufbrennen in der Fläche nicht mehr möglich. Auch hier ist die Kombination aus Forstmulcher und Mähcontainer die einzige Möglichkeit, das Volumen des Materials durch ein Häckseln in der Fläche kostengünstig so weit zu reduzieren, dass eine Abfuhr zur Kompostierung möglich wird. Kiefern und Birken werden hierzu händisch oder durch den Kreiselschwader (je nach Größe des Entkusselungsmaterials) in Schwadreihen zusammengezogen und durch die Maschine aufgenommen.

Diese Methode bietet gegenüber dem Zusammenschieben und Aufbrennen zusätzlich den Vorteil, dass in gleichaltrigen Heidearealen durch das Mulchen des Entkusselungsmaterials mitsamt der Krautschicht eine großer Strukturreichtum geschaffen wird, da sehr viele schmale Pionierstadien innerhalb der Heide geschaffen werden.

In Waldheideübergangsbereichen und Waldheiden stellt der Mähcontainer die effektivste Möglichkeit dar, eine Krautschicht magerer Standorte langfristig zu erhalten.

Auch eine Saatgutgewinnung sowohl von Ackerwildkräutern als auch von Magerrasenarten und Teichbodengesellschaften wurde durch den Mähcontainer durchgeführt. Das aus artenreichen Flächen gewonnene Mulchmaterial ermöglicht eine Neuansiedlung seltener Arten auf Flächen mit geeigneten Standortbedingungen. Während die Biomassenentnahme z.B. in verfilzenden Bereichen der Winterteiche eine dringend erforderliche Pflegemaßnahme darstellt, kann so das Risiko des Aussterbens extrem seltener Arten (Zwerglein, Fadenenzian …) durch eine Verteilung auf ein größeres Wuchsareal minimiert werden, wobei die Entfernung zwischen Spenderfläche und Neuansiedlungsareal grundsätzlich maximal einige Kilometer beträgt.

Vermooste und vergraste Heideareale wurden durch die Maschine entmoost. In geringem Umfang konnte der Mähcontainer auch zu Schopperarbeiten eingesetzt werden. Spätestens bei diesen Arbeiten zeigen sich aber die Grenzen eines Gerätes, dass ursprünglich zur Aufnahme von Laub bzw. zum Mähen konzipiert wurde. Trotz vieler Umbauten an der Maschine, um sie für die extremen Belastungen bei der Heidepflege auszurüsten, waren die Unterhaltungskosten und Standzeiten enorm.

Die Schlegelwelle wurde während der Laufzeit des Gerätes dreimal ersetzt, da Findlinge getroffen wurden. Die frei schwingenden Schlegel auf der Welle und deren Haltebolzen sind einem enormen Verschleiß unterworfen und müssen bei intensiver Nutzung vierzehntägig sehr zeitintensiv gewechselt werden. Die Keilriemensätze mussten sehr häufig erneuert werden (im Schnitt einmal monatlich). Aufgrund des Sandabriebes wurden mehrfach neue Bleche (bis 2mm Stärke) um die Mulchwelle herum aufgeschweißt, dennoch sind die Wandungen heute in einigen Bereichen so dünn geworden, dass Steine und abgerissene Schlegel häufig durchschlagen. Der Tragrahmen des Mähcontainers brach aufgrund des Geländes mehrfach, er wurde deutlich verstärkt. Alle Schweißnähte der Maschine mussten nachgeschweißt werden, alle Kugellager von Wellen und Getriebe wurde inklusive verschlissener Lagerschalen bereits mindestens zweifach ausgetauscht.

Aufgrund der über Jahre mit dem Mähcontainer gesammelten Erfahrungen können heute sehr detaillierte Aussagen über technische Erfordernisse und Lösungen zur Optimierung des Einsatzes in den vielfältigen Einsatzfeldern getroffen werden.

Der bisher eingesetzte Mähcontainer zeigte in einmaliger Weise, welch eine Verbesserung eine in dieser Form arbeitende Maschine bezüglich der auf den Erhalt der Arten abgestimmten Pflege bringt. Ein Anbaugerät, das in einem Arbeitsgang bis an den Sandboden heran Gehölze und Vegetationsaufwuchs schlegelt, aufnimmt und dabei recht wendig ist, wird in der Zukunft der Heidepflege der Lüneburger Heide immer größere Bedeutung erhalten. Großräumige Plagg- und Schopperareale über einem Hektar sind im Schutzgebiet kaum mehr erforderlich, da in den vergangenen 15 Jahren bereits eine sehr flächenhafte Bekämpfung der Drahtschmielen- und Pfeifengrasdominanzstadien stattfand. Ziel der Heidepflege ist heute für weite Bereiche ein kleinräumiges Mosaik verschiedenster Altersstadien der Heide – von der Pionierphase bis hin zur Degenerationsphase. Gehölze werden innerhalb der Heiden bewusst als Brut- und Ansitzwarten belassen, die klaren Grenzen zwischen Wald- und Offenland werden durch tief gestaffelte Wald- Heide-Übergangsbereiche ersetzt. Einer bewussten Unterbeweidung der Heiden steht ein intensives Management durch Heidebrand und mechanischen Pflegemaßnahmen zur Seite, dass einen großen Strukturreichtum schafft bzw. erhält.

All diese auf den Artenschutz abgestimmten Arbeiten erfordern eine Technik zur Verjüngung der Heiden, bzw. zum Nährstoffaustrag, die sehr flexibel und effizient auf kleinen Flächen einsetzbar ist. Jährlich besteht bei einer Gesamtfläche von über 6.000 ha, die als nährstoffarme Magerrasen und Heiden durch den VNP erhalten werden, ein großer Bedarf an Flächen, bei denen ein Biomassenaustrag erforderlich ist.

Das Projekt wird mit 140.140,- € bezuschusst.

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Projekt "Erhalt des Schafstalls auf dem Hanstedter Töps"

Im Oktober 2016 bekam der VNP die Zusage einer Zuwendung in Höhe von 24.700,00 EUR (65% der Gesamtkosten) für die Durchführung des Projekts "Erhalt des Schafstalls auf dem Hanstedter Töps". Das Projekt wird mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung gefördert. Die restlichen Kosten werden vom Landkreis Harburg übernommen. 

Im Rahmen des Projekts wird das Reetdach des  in den 1960er Jahren gebauten Schafstalls, teilsaniert. Er eignet sich dann hervorragend für die Einlagerung von Heidepflegematerial oder Heu, eine Nutzung als Stall für eine Heidschnuckenherde ist an dieser Stelle nicht mehr möglich, weil der Stall dafür nach heutigen Arbeits?, Wirtschafts? und Tierhaltungsgesichtspunkten zu klein ist. Da die VNP Stiftung Naturschutzpark im weiteren Umfeld der Heideflächen auf dem „Hanstedter Töps“ keine Möglichkeit hat, das durch die Pflegemaßnahmen gewonnene Material „am Ort des Geschehens“ einlagern zu können, bietet sich dieser Stall dafür hervorragend an. Alternativ müssten die Heideballen in weit vom „Töps“ entfernten Gebäuden der VNP Stiftung eingelagert werden, was zu hohen Entfernungen und damit zu unwirtschaftlichen Bedingungen führen würde.

Der alte Schafstall gehört an dieser Stelle zum typischen Bild der Lüneburger Heide dazu und wäre ohne eine sinnvolle und wirtschaftliche Nutzung dem Verfall preisgegeben.

16. Dezember 2016
13. März 2017
22. März 2017: fertig

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