Während des letzten Jahres meiner Schulzeit stellte sich die unbequeme Frage: Was kommt danach? Schon während der Schulzeit bin ich auf die Idee gestoßen, ein freiwilliges Jahr in einer Einrichtung in meiner Umgebung zu machen. Mir gefiel der Gedanke, sich für ein Jahr aktiv im Natur- und Umweltschutz zu engagieren.
In jedem Jahr können Anfang Februar die Ausschreibungen der Einsatzstellen auf der Internetseite der Alfred Toepfer Akademie für Naturschutz, die gleichzeitig auch der Träger des FÖJ in Niedersachsen ist, eingesehen werden. (http://www.nna.niedersachsen.de/) Bis zum 15. März muss die Bewerbung beim Träger eingegangen sein, der diese dann an die jeweiligen Einsatzstellen weiterleitet. Ein FÖJ bietet die Möglichkeit, sich in seinem Leben zu orientieren und über den weiteren Verlauf klar zu werden. Seit nun 20 Jahren werden so Jugendlichen entscheidende Impulse gegeben und die persönliche Entwicklung kann sich weiter ausbilden.
Seit September 2007 bin ich nun als erste „FÖJlerin“ in der Einsatzstelle des VNP tätig. Meine bisherigen Aufgaben sind zum einen die Beschäftigung mit der Kulturlandschaft Lüneburger Heide. Das kann heißen, mit Stift, Papier und Fotoapparat ins Gelände zu gehen und den Zustand der Eingangstafeln des Naturschutzgebietes zu ermitteln. Rundwanderwege abzulaufen und zu kontrollieren oder mit dem GPS-Gerät Flächen aufzumessen, die beispielsweise für das Birkhuhnschutzprojekt neu geschaffen wurden. Im Büro gibt es jedoch auch eine Menge zu tun. Von normalen Büro-Tätigkeiten wie Scannen, Faxen und Kopieren bis hin zum kreativen Erstellen von Plakaten ist alles dabei.
An vier Terminen im Jahr finden Seminare für die „FÖJler“ statt. Diese Seminare befassen sich mit Themen wie beispielsweise Klimaschutz und nachhaltiger Umgang mit Energie, Grundlagen der Öffentlichkeits- und Informationsarbeit oder Werkzeugwissen. Darüber hinaus geben diese Seminare viel Raum für den Austausch zwischen den „FÖJlern“, um eventuelle Probleme und Fragestellungen zu besprechen. Während der Seminare wird man von zwei TeamerInnen betreut und hat auch dort jederzeit einen Ansprechpartner. Außerdem wird das freiwillige Jahr auch monatlich mit einem Taschengeld belohnt.
Bislang kann ich sagen, dass es sich wirklich lohnt ein freiwilliges Jahr zu machen, denn man bekommt einen langsamen Einstieg ins Berufsleben und lernt seine Fähigkeiten besser kennen. Inzwischen lässt mich der Charme und Duft der Heide nicht mehr los und ich werde wahrscheinlich immer wieder an die Zeit in der Lüneburger Heide zurückdenken. Ich kann es also nur jedem Naturinteressierten empfehlen diesen Schritt zu wagen. Denn es ist auch nicht immer einfach, sofort nach der Schule zu entscheiden, welchen Beruf man wählen oder was man studieren möchte. Mitbringen sollte man jedoch die Freude, sich aktiv um seine Umwelt zu kümmern, und den Mut, den einen oder anderen Schritt in eine neue Richtung zu wagen. Denn das FÖJ ist leider noch nicht in aller Munde, doch jeder neue Bewerber macht es ein Stück weit bekannter.
Susanne Schirrmeister
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