Gebäude und Naturschutz...

Naturschutz an seinen Gebäuden betreibt der VNP seit fast 100 Jahren:

Das Heidemuseum "Dat ole Huus" in Wilsede zählt zu den vier ältesten Freilichtmuseen der Bundesrepublik... und gehört zur VNP-Stiftung Naturschutzpark Lüneburger Heide...

Der Stiftung Naturschutzpark des Verein Naturschutzpark e.V. (VNP) hat im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide mehr als 125 Gebäude vom niedersächsischen Hallenhaus bis zum Schafstall im Eigentum. Davon sind 41 Gebäude als Baudenkmal ausgewiesen. Dieser Immobilienbestand mit seinen alten Heidebauernhäusern, Schafställen, Wirtschaftsgebäuden und Treppenspeichern gehört zum typischen Bild der Heide genauso dazu wie die Heide mit ihren vielgestaltigen Landschaftsformen selbst. Dazu kommen noch knapp 80 Bienenzäune und kleinere Nebengebäude, die der VNP zu unterhalten hat.

Es ist mittlerweile kein Geheimnis mehr, dass sich Naturschutz und menschliche Bauweise nicht ausschließen. Im Gegenteil: viele Tierarten haben sich als Kulturfolger des Menschen an dessen Bauweise angepasst und haben hier ihren Verbreitungsschwerpunkt und Lebensraum. Der VNP  ist sich seit langem der Verantwortung bewusst, die er zum Schutz von Fledermäusen, Schleiereule, Rauch- und Mehlschwalben und vielen anderen bedrohten Arten in unserer Region hat. Die hohe Anzahl an vereinseigenen Gebäuden bietet die Möglichkeit, viel zum Schutz bedrohter Arten beitragen zu können.



Streifzug durch 100 Jahre Geschichte und Geschichten der Gebäude des Vereins Naturschutzpark e. V. (VNP)...

Kurioses Baudenkmal an der "Schmalen Aue" bei Hörpel...

Facettenreich präsentiert sich die Geschichte der Gebäude des Vereins Naturschutzpark e. V. (VNP) von 1909 bis zum heutigen Tage. Der vorliegende Streifzug durch diese 100 Jahre will deutlich machen, warum der VNP sich überhaupt mit Gebäuden auseinandergesetzt und beschäftigt hat. Denn vielerorts stellt sich natürlich die Frage, warum sich ein Naturschutzverein und heute seine Stiftung Naturschutzpark Lüneburger Heide 226 Gebäude leistet.

Dem VNP geht es ums Ganze: Von Landkauf und Heidebauernhöfen... Die Gründer des VNP hatten sich von Anfang an zur Aufgabe gemacht, die Kulturlandschaft des heutigen Naturschutzgebietes Lüneburger Heide in seiner gesamten Vielfalt zu erhalten – wozu natürlich auch Gebäude zählten. Beim Ankauf von Flächen im heutigen Naturschutzgebiet Lüneburger Heide wurden die dazugehörigen Bauernhäuser, Schafställe und Nebengebäude in einigen Fällen mit erworben, weil sie zum Bild der historischen Kulturlandschaft gehören und vor Abbruch oder einer Umnutzung geschützt werden sollten.

Bereits 1910 konnte Pastor Wilhelm Bode den zur „Kötnerstelle Nr. 3“ gehörenden Wilseder Berg für den Verein Naturschutzpark e. V. ankaufen. Die sog. „Kote Rieckmann“ – Ende des Dreißigjährigen Krieges erbaut – ging erst 1931 in Vereinsbesitz über. Oben eine Aufnahme aus den 1950er-Jahren mit Heidschnucken vor dem später abgebrochenen kleinen Schafstall auf der Hofstelle.

Zu einem typischen Heidebauernhof gehörten damals neben dem Wohnwirtschaftsgebäude – dem niederdeutschen Hallenhaus – auch spezielle Nebengebäude wie Speicher und Ställe. Ein typisches Hallenhaus ist durch ein doppelreihiges, tragendes Innengerüst gekennzeichnet, wodurch diese Gebäude auch als „Zweiständerhäuser“ bezeichnet werden. In der befahrbaren Mitteldiele wurde das Vieh gefüttert, die Ernte gedroschen oder auch schon mal eine Hochzeit gefeiert. Die Seitenschiffe dienten dem Vieh als Stall, auf dem Hausboden über der Diele wurde ein Teil der Ernte gelagert. Am Ende der Diele ging es vom Wirtschaftstrakt offen (!) in den Wohnteil des Hauses über.

So wie in der obigen Aufnahme zu sehen,  ziehen die Heidschnucken seit vielen Jahren durch Wilsede – vorbei am 1884 erbauten „Armenhaus“ (links im Bild), welches sich ebenfalls in VNP-Besitz befindet und nach seiner Errichtung der Unterbringung von Bedürftigen diente. Das Dorf Wilsede zeigt im Gegensatz zu den Ortschaften außerhalb des Naturschutzgebietes Lüneburger Heide noch viele Merkmale eines Heideortes. Von den gut erhaltenen Hofanlagen über historische Einfriedungen wie dem „Eickenboltentuun“ (Zaun aus Eichenpfählen) oder Findlingsmauern bis hin zu den vielerorts verschwundenen Hofgehölzen mit knorrigen, alten Eichen konnte in Wilsede vieles von dem erhalten und bewahrt werden, was noch vor 100 Jahren zum Alltagsbild gehörte.

Wahre Schätze... Im Jahre 1925 ging der „Hillmershof Nr. 1“ in Wilsede in den Besitz des VNP über. Dort stehen neben dem oben abgebildeten Haupthaus zwei Speicher, ein Schäferhaus mit Garage sowie eine Remise – allesamt reetgedeckt und unter Denkmalschutz stehend. Der VNP konnte im Laufe seiner Geschichte drei typische Hofanlagen der Lüneburger Heide erwerben und erhalten: den Hillmershof, den Hof Bockheber und den Hof Wulfsberg.

Der Hof Bockheber – oben zu sehen das Haupthaus – ist einer der letzten Heidebauernhöfe, die in dieser Form erhalten werden konnten. Der Hof steht mit seinem Treppenspeicher, der Scheune, dem Schafstall und dem Häuslingshaus unter Baudenkmalschutz. Insgesamt sind 41 Gebäude des VNP unter Denkmalschutz gestellt worden – ein großer Schatz und eine ebenso große Verantwortung, diese Zeugen vergangener Zeiten kommenden Generationen zu bewahren.

Vom Treppenspeicher bis zum Bienenzaun... Elf (Treppen-)Speicher gehören in den Gebäudebestand des VNP – hier einer der beiden Speicher auf dem „Emhoff“ in Wilsede. Alle Speicher stehen unter Baudenkmalschutz. Die heute zu sehenden Speicher wurden allesamt anderenorts abgebaut und in Wilsede, auf dem Tütsberg, auf dem Wulfsberg und in Wehlen neu errichtet. Sie ersetzten ursprünglich auf den Höfen stehende Speicher, die im Laufe der Jahrhunderte nach und nach verfallen waren. Wo genau die Speicher des VNP früher standen, lässt sich aufgrund fehlender Unterlagen bis auf eine Ausnahme nicht mehr rekonstruieren.

Speicher wurden zur Zeit der Heidebauern zu unterschiedlichsten Zwecken genutzt. Es gab Korn- und Buchweizenspeicher, den Flachs- oder Leinenspeicher, den Honigspeicher, den Fleisch- und Speckspeicher oder den Zeug-(Kleider-)Speicher. Ein einzelnes Speichergebäude kann durchaus auch mehreren Zwecken zugleich gedient haben, da es mindestens zwei gesonderte Räume enthält.

Unser „Beitrag zum Heidehonig“... "Bienenzäune“ zählen zu den kleinsten Gebäuden des VNP – und gehören zum Bild der Kulturlandschaft der Lüneburger Heide dazu: die sog. „Bienenzäune“, in denen die Imker ihre Bienenvölker in Körben oder Kästen aufstellen. Knapp 80 dieser Bienenzäune gehören zum Gebäudebestand des VNP – ein Großteil davon mit Reet gedeckt. Aber auch die Bienenzäune sind – wie oben ersichtlich – in die Jahre gekommen und verursachen, wie natürlich auch alle anderen Gebäude, einen enormen Investitionsbedarf.

Wo sinnvoll und möglich werden die mit Reet gedeckten Bienenzäune des VNP auch heute noch neu mit Reet eingedeckt. Die massive Grundkonstruktion dieser in der Mehrzahl rund 50 bis 60 Jahre alten Unterstände macht eine Dachsanierung oft ohne größere Arbeiten am Unterbau  möglich. Andere Bienenzäune sind mit Dachpfannen, Holzschindeln oder Holzdeckelschalung versehen. Zur Zeit der Heidebauern wurden die Bienenkörbe meist in einfachen, kleinen Unterständen aufgestellt, die mit Heideplaggen als Dachabdeckung versehen waren.

Von Schafställen und Schäferhäusern... Die „Baustellen der Landschaftspflege mit Heidschnucken“... Zwischen 1956 und 1974 wurde der Großteil der heute 32 Schafställe des VNP gebaut. Die Ställe wurden für die wachsende Zahl von vereinseigenen Heidschnuckenherden benötigt. In der Spitze weideten 14 Schnuckenherden auf den Flächen des VNP im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide. Einer der ersten Schnuckenställe dieser Jahre war der oben abgebildete Schafstall „Hainköpen“ bei Wilsede.

Im Jahr 2003 wurde auf dem Tütsberg ein unter arbeitswirtschaftlichen Gesichtspunkten moderner Heidschnuckenstall errichtet. Ende 2004 folgte ein weiterer moderner Schnuckenstall für die neu aufgebaute Heidschnuckenherde in Grasengrund bei Deimern. Oben zu sehen die gewaltige Holzkonstruktion des im Bau befindlichen Stalls Grasengrund.

„Schäferstündchen“? Wo Heidschnucken sind, können die Schäfer nicht weit weg sein: Sie wohnen heute in „ihren“ Schäferhäusern und -wohnungen meist dicht bei „ihren“ Schnucken. Das Bild oben zeigt das „Franz-Haus“ auf dem „Hillmershof“ in Wilsede. Weitere Schäferhäuser des VNP stehen in unterschiedlicher Bauausführung in Inzmühlen, Döhle, Grasengrund/Deimern, Schneverdingen und Heidetal bei Niederhaverbeck.

Vom Heidemuseum „Dat ole Huus“ zum HeideinformationsZentrum... Die gute alte Zeit? An seinem Giebel steht als Baujahr 1742, doch ist das Haus selbst deutlich älter: Im Heidemuseum „Dat ole Huus“ wird gezeigt, wie die Heidebauern um 1850 herum lebten. Ursprünglich in Hanstedt in der Nordheide stehend, wurde „Dat ole Huus“ 1907 vom Lehrer Bernhard Dageförde in Wilsede wieder aufgebaut und zählt zu den vier ältesten Freilichtmuseen der Bundesrepublik Deutschland. Wie weitsichtig Dageförde seiner Zeit vorausdachte, wird eigentlich erst heute wirklich deutlich. Gäbe es „Dat ole Huus“ nicht, wüsste wohl niemand mehr, wie so ein niedersächsisches Hallenhaus aussieht, wie es eingerichtet war und unter welchen Umständen die Heidebauern lebten und arbeiteten.

„Dat ole Huus“ ist ein sog. „Rauchhaus“, in dem ein Schornstein fehlt. Wenn die Bäuerin kochte, zog der Rauch quer durch das Haus. Zusammen mit dem Dunst der mit im Haus lebenden Tiere müssen das für uns heute fast unvorstellbare Zustände gewesen sein. Lehrer Dageförde stattete das Heidemuseum mit Gerätschaften aus, die er über Jahre auf alten Heidebauernhöfen gesammelt hatte.

Häuser der Natur“... Die Besucher des Naturschutzgebietes vor einer Wanderung oder Fahrradfahrt über Pflanzen und Tiere zu informieren, war und ist schon immer Ziel des VNP gewesen. So wurde 1980 das „Haus der Natur“ in Döhle eröffnet. Fast zeitgleich wurde auch das „Haus der Natur“ in Niederhaverbeck eröffnet.

(Nicht nur) Schulklassen willkommen... Im Jahr 2004 konnte der Ausstellungs-Schafstall auf dem „Emhoff“ in Wilsede der Öffentlichkeit übergeben werden. Wechselnde Ausstellungen zu Themen des Naturschutzes, der Lüneburger Heide und des Vereins Naturschutzpark e. V. und seiner Stiftung sorgen hier für die Information der Besucher. Die Ausstellungen richten sich gemeinsam mit dem Heidemuseum „Dat ole Huus“ besonders auch an Schulklassen. Wie lebten unsere Vorfahren und wie sah ihr Alltag aus? Wie entstand die historische Kulturlandschaft der Lüneburger Heide und wie wird sie heute erhalten? Diese Fragen und mehr können besonders auch in Wilsede eine erlebnisreiche Antwort finden.

Der Aus- und Erweiterungsbau des Undeloher „Seume-Hauses“ zum Heideinformationszentrum konnte im VNP-Jubiläumsjahr fertiggestellt werden. Mit Förderung der EU und Mitteln des Landes Niedersachsen konnte an dieser gut erreichbaren und stark von Besuchern frequentierten Stelle ein „alter Traum“ verwirklicht werden, ein modernes Naturschutzzentrum für Verein und Stiftung Naturschutzpark Lüneburger Heide zu etablieren.

Gebäude und Tourismus... Geschichtsträchtiges Gasthaus im Herzen des Naturschutzparks Lüneburger Heide - Blick auf das unter Baudenkmalschutz stehende Gasthaus „Zum Heidemuseum“ in Wilsede aus heutigen Tagen. Die hohen Besucherzahlen der damaligen Zeit machten den Bau des Gasthauses schon zwei Jahre vor Gründung des Vereins Naturschutzpark im Jahr 1907 notwendig. Das Gasthaus wird noch heute gastronomisch genutzt.

Pastor Wilhelm Bode ging hier zu Lebzeiten ein und aus. Legendär ist sein überlieferter Ausspruch zu dem mit einem Kuhfell bespannten Stammtisch im Gasthaus „Zum Heidemuseum“ (Abb. oben): „An diesem Tisch wird soviel gelogen, das geht auf keine Kuhhaut!“.

Auch ein Stück VNP-Geschichte... sind die sog. „Altwandererherbergen“, die der langjährige Vorsitzende Alfred Toepfer in Inzmühlen und Undeloh herrichten ließ. Die Wanderbewegung in Deutschland war in den 1950er- und 1960er-Jahren sicher auf einem ihrer Höhepunkte. Woran es im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide mangelte, waren einfache und qualitativ respektable Unterkunftsmöglichkeiten. Die Altwandererherbergen trugen dazu bei, diese Lücke zu schließen. Heute sind sie „nur“ mehr ein Teil der Geschichte der Entwicklung des Tourismus in der Lüneburger Heide.

Das Naturschutzgebiet Lüneburger Heide für Erholungssuchende attraktiv zu gestalten war ein wichtiges Ziel des ehemaligen VNP-Vorsitzenden Dr. h. c. Alfred Toepfer. Unter seiner Führung und unter großem Einsatz privaten Vermögens wurde eine Vielzahl von gastronomisch genutzten Gebäuden gebaut bzw. instandgesetzt – so auch die Milchhalle in Wilsede, in der die langjährige Pächterin „Tante Dora“ Hinrichs in den 1960er- und 1970er-Jahren zur Heideblüte Hunderte von Portionen deftigen Erbseneintopfs an die Besucher des Heideortes ausgab. Die Milchhalle wurde Mitte der 1950er-Jahre neu erbaut und gehört nicht zum historischen Ortsbild von Wilsede.

Die Milchhalle in Wilsede war bis zum Jahr 2003 zusammen mit dem Gasthaus „Zum Heidemuseum“ verpachtet. Heute wird sie nach umfangreicher Sanierung von der VNP-Naturpark GmbH geführt und bietet ihren Gästen Hausmannskost und regionale Produkte an.

Landwirtschaft und Naturschutz... Wo auch heute noch geackert wird...  Hier zu sehen ist eine Luftbildaufnahme des Gebäudekomplexes des VNP-Landschaftspflegehofes Tütsberg aus dem Jahr 1953. Der Tütsberg ging bereits 1928 in Vereinsbesitz über. Bis 1998 wurde hier konventionelle Landwirtschaft betrieben. Seitdem produziert der Landschaftspflegehof seine Erzeugnisse nach Kriterien des ökologischen Landbaus und konnte durch die dadurch bedingte Erhöhung der Erträge aus dem Verkauf seiner Produkte wirtschaftlich wieder schwarze Zahlen schreiben.

Blick auf das sog. „Leute-Wohnhaus“ auf dem Landschaftspflegehof Tütsberg aus dem Jahr 1953. In diesem Gebäude waren früher Mitarbeiter des landwirtschaftlich genutzten Betriebes untergebracht. Heute sind hier Schäfer- und Ferienwohnungen des Hotel Hof Tütsberg zu finden.

Was sonst noch passierte... Umstrittener Wiederaufbau... Im Jahr 1609 in Emmingen bei Soltau erbaut, wurde der ebenfalls unter Denkmalschutz stehende „Emhoff“ in Wilsede 1964 von Alfred Toepfer gegen viele behördliche Widerstände in reiner Holzbauweise neu errichtet. Der Aufbau des „Emhoff“ wurde mit Original-Techniken von 1609 bewerkstelligt – d. h., es wurden keine Nägel verwendet.

Auf dem „Emhoff“ fanden auf Initiative von Alfred Toepfer vor allem in den 1970er-Jahren folkloristische Veranstaltungen internationaler Gruppen aus ganz Europa statt. Heute wird der „Emhoff“ als Veranstaltungsraum genutzt – und wird von der Gemeinde Bispingen seit dem Jahr 2008 auch als Trauzimmer für standesamtliche Trauungen zur Verfügung gestellt.

Die Zeit der „Golf-Dächer“ des VNP – jedes hat 18 Löcher... Ende der 1990er-Jahre befanden sich aufgrund der großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Vereins Naturschutzpark e. V. eine ganze Reihe der insgesamt 91 mit Reet gedeckten Gebäude des VNP in denkbar schlechtem Zustand. Auch das oben abgebildete, zum „Landhaus Haverbeckhof“ in Niederhaverbeck gehörende Gästehaus war in die Jahre gekommen, bei dem aufgrund der starken Dachneigung die Gefahr drohte, dass das gesamte verbliebene Reet abrutschte. Der Verein stand vor der Herausforderung, in diesen Zeiten knapper Mittel trotzdem dafür Sorge zu tragen, die historischen Gebäude zu sichern und zu erhalten. Wenn überhaupt waren lediglich Teile der Dachflächen „geflickt“ worden, während an anderer Stelle bereits erste Löcher im Reetdach sichtbar wurden. Unter großen Anstrengungen und mit Hilfe von öffentlichen Fördermitteln gelang es, die größten „Sorgenkinder“ der Vereinsführung sanieren zu können.

Pro Jahr hat der VNP seit dieser Zeit zwischen 450.000 EUR und weit über 1.000.000 EUR für Neubauten und die Sanierung seiner Immobilien aufgewandt. Neben den eigenen in der Gebäudeunterhaltung beschäftigten Mitarbeitern wurden dabei in erster Linie regionale Handwerksbetriebe mit den Arbeiten betraut – was den VNP zu einem echten Wirtschaftsmotor für die ganze Region macht.

Es gibt viel zu tun... Reetdachdecker aus der Region hatten in diesen Jahren alle Hände voll zu tun, Hunderte von Quadratmetern maroder Reetdachflächen auf den Gebäuden des VNP neu mit Reet einzudecken. Neben der genannten öffentlichen Förderung wurden die Mitglieder des VNP in dieser Zeit in einer Reihe von Spendenaufrufen gebeten, bei der Finanzierung der notwendigen Dachsanierungen zu helfen – mit großem Erfolg. Einmal mehr zeigte sich, was durch privates Engagement möglich ist.

Gemeinsam sind wir stärker... Der VNP konnte in seiner 100-jährigen Geschichte eine Vielzahl von Bau- und Sanierungsmaßnahmen nur mit finanzieller Unterstützung der Vereinsmitglieder und der Wirtschaft durchführen. So konnte der vollkommen marode „Erdkeller“ auf dem „Emhoff“ in Wilsede im Jahr 2005 mit Hilfe regionaler Handwerksbetriebe neu errichtet werden: Die Handwerker stifteten ihre Arbeit, der VNP trug „nur“ die Materialkosten für den Wiederaufbau.

Sturmfest und erdverwachsen? In der 100-jährigen Geschichte des VNP ist es auch im Bereich der Gebäude immer wieder zu Großschadensereignissen gekommen. So brannte das „Franz-Haus“ auf dem „Hillmershof“ in Wilsede im Jahr 1987 durch Blitzschlag ab – und wurde direkt wieder aufgebaut. 1996 fiel der sog. „Wümme-Schafstall“ einem Heidebrand bei Niederhaverbeck zum Opfer.

Aber auch Stürme hinterließen immer wieder z. T. große Schäden an den Häusern: Im Bild oben stürzte eine Eiche auf das Nebengebäude des „Landhauses Haverbeckhof“ in Niederhaverbeck und beschädigte das Dach und den Dachstuhl stark.

Noch schlimmer erging es dem kleinen Schafstall am Totengrund bei einem Sturm 1983: Eine mächtige Buche stürzte auf den Stall und zerstörte ihn vollständig. Der Stall wurde in gleicher Bauweise in der Nähe wieder aufgebaut – an den alten Stall erinnert noch das Feldstein-Fundament, welches noch gut sichtbar ist.

Der VNP kann nicht alles erhalten... – Auch aufgrund mangelnder Nutzungs-möglichkeiten bewusst dem Verfall preisgegeben ist dieser alte Schafstall am „Pastor-Bode-Weg“ zwischen Egestorf und Wilsede. Auch so ein Gebäude gehört zum Bild der Kulturlandschaft Lüneburger Heide. Zum Ende der historischen Heidebauernwirtschaft haben eine ganze Reihe von Gebäuden auf den Höfen so und ähnlich marode ausgesehen.

... manchmal aber ist der Verein zum Erhalt „gezwungen“... - Ein „kurioses Baudenkmal“ ist der alte Schafstall an der „Schmalen Aue“ bei Hörpel. Dieser Stall wurde gleichzeitig mit den dazugehörigen Grünlandflächen durch den VNP angekauft. Ursprünglich stand der Schafstall in Hörpel und wurde dort zusammen mit zwei weiteren kleinen Gebäuden abgebrochen. Die in die Jahre gekommene Grundkonstruktion des Schafstalls wurde verstärkt mit den zu verwendenden Resten der beiden anderen abgebrochenen Gebäude – und zeigt sich so als wahrhaft „einmaliges Gebäude seiner Art in der nordwestdeutschen Geestlandschaft“.

Eine alte Idee wird Realität – was die Gründung der Stiftung Naturschutzpark mit Gebäuden des VNP zu tun hat... In der Zeit der großen Liquiditätsengpässe des VNP kam es in Vorstand, Beirat und Geschäftsführung bereits Mitte der 1990er-Jahre zu Überlegungen, sich von nicht ursächlich zu den Vereinsaufgaben zählenden Immobilien zu trennen – sprich: diese Gebäude zu verkaufen. Die Verkaufserlöse wurden nicht zur kurzfristigen Überbrückung finanzieller Engpässe verwandt, sondern in einem speziellen Fonds zurückgehalten. Dieser Fonds sollte den Grundstock für eine zu gründende Stiftung des VNP bilden. Vorstand und Beirat des Vereins benannten eine sog. „Gebäudekommission“, die sich mit der Bewertung der einzelnen Objekte befasste. Es wurde u. a. unterschieden zwischen Gebäuden, die es langfristig für den VNP zu erhalten galt und Immobilien, die für einen Verkauf in Frage kämen. Dabei wurden Objekte wie die Jugendherberge in Undeloh, die ehemalige Altwandererherberge in Inzmühlen oder das Hotel „Stimbeckhof“ in Oberhaverbeck als für den VNP entbehrlich betrachtet. Wie ursprünglich geplant, bildeten die Einnahmen aus den späteren Verkäufen dieser Immobilien den Grundstock für die im Jahr 2002 offiziell gegründete Stiftung Naturschutzpark Lüneburger Heide. Der Weg bis dahin war im Übrigen – wie so vieles in der Geschichte des VNP – lang und steinig: In der Presse war im Zusammenhang mit dem Verkauf der genannten Gebäude gar davon die Rede, „der VNP verscherbele sein Tafelsilber“. Wie solche Aussagen zu bewerten sind, haben die Entwicklung von Verein und Stiftung Naturschutzpark hinreichend bewiesen. Es war letztlich ein weitsichtiger Schritt der verantwortlichen Gremien, eine Stiftung zu gründen. Sie soll den VNP bei entsprechender Entwicklung des Stiftungskapitals unabhängiger von öffentlichen Fördermitteln werden lassen.

Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft... Worüber man sich vor 40 Jahren noch wenig Gedanken machte, waren Energiepreise oder die Klimaveränderungen, die sich auch aufgrund der Verbrennung fossiler Brennstoffe abzeichnen. Seit dem Jahr 2003 fanden beim VNP massive Überlegungen statt, wie sich der VNP im Zeichen dieser globalen Veränderungen im Bereich der Gebäude entwickeln könnte. Viele Anstrengungen wurden seitdem auf diesem Arbeitsfeld unternommen. Ende des Jahres 2006 ging in Wilsede ein zentrales Holzhackschnitzel-Heizwerk in Betrieb (siehe Foto), welches insgesamt 13 Gebäude des Kernortes mit Wärme versorgt. Die Schäferhäuser in Schneverdingen, Döhle, Grasengrund und Bockheber erhielten eine moderne Holzheizung, die Geschäftsstelle und die Werkstatt in Niederhaverbeck eine Heizung, die mit Holzhackschnitzeln betrieben wird.

Noch was zum Schluss... Bei der 100jährigen Geschichte der Gebäude des Vereins Naturschutzpark e. V. – heute der Stiftung Naturschutzpark Lüneburger Heide – geht es um Menschen. Es geht um Menschen, die mit ihrer Handwerks- und Baukunst Häuser errichteten, die heute unter Denkmalschutz stehen. Es geht um Menschen, die als Heidebauern in einer 7-Tage-Woche über Jahrhunderte hinweg eine Landschaft schufen, die wir heute unter Naturschutz gestellt haben. Es geht um Menschen, die in diesen Häusern gelebt und gearbeitet haben. Wenn Sie als Besucher des Naturschutzgebietes Lüneburger Heide vor den Gebäuden des VNP stehen, dann denken Sie doch einmal darüber nach, welche Geschichten die Balken, die Steine oder das Reetdach erzählen könnten von den humorvollen Ereignissen, die sich hier z. T. vor Jahrhunderten abgespielt haben. Sie erzählen von den Freuden und Tragödien, von harter Arbeit und den großen und kleinen Anekdoten, die überall da geschehen, wo Menschen leben. Eigentlich ist die wirkliche Geschichte der Gebäude, die Verein und Stiftung Naturschutzpark seit 100 Jahren pflegen und bewahren, die Geschichte von Menschen...



Ohne Moos nix los - oder: wenn Bäume zum Problem für ein Reetdach werden...

Vermoostes Reetdach auf dem Ausstellungsschafstall "Emhoff" im vergangenen Jahr...

Ein Großteil der Gebäude der zum Verein Naturschutzpark e.V. (VNP) gehörenden Stiftung Naturschutzpark Lüneburger Heide trägt ein für die Region typisches Reetdach. Wenn ein Gebäude neu mit Reet eingedeckt wird, hat das Dach eine Stärke von rund 35 cm. Die Haltbarkeit von neu eingedeckten Reetdächern liegt heute je nach Standort, Materialqualität und Pflege zwischen 40 und 60 Jahren. Mit den Jahren nimmt die Dicke der Reetschicht ab: durch Witterungseinflüsse verrotten die Spitzen des Reets. Beschleunigt wird dieser Vorgang natürlich, wenn ein Reetdach von zu dicht am Haus stehenden Bäumen dauerhaft beschattet wird und Wind und Sonne das Dach nicht ausreichend abtrocknen können. Dann setzt noch schneller als normal eine Vermoosung der Dachfläche ein, die noch mehr Feuchtigkeit speichert und den Verrottungsprozess weiter beschleunigt.

Wie schnell der Alterungsprozess voranschreitet, ist von verschiedenen Faktoren abhängig: je steiler die Dachneigung eines Gebäudes ist, desto haltbarer ist es. Es kann schneller abtrocknen als flache Dächer. Schädlich ist natürlich auch auf dem Reet liegendes Laub, das ähnlich wirkt wie Moos und ein weiteres Indiz dafür sind, dass Bäume zu dicht an den Gebäuden stehen.

Die Gebäude der Stiftung Naturschutzpark sind z.T. noch gut erhaltene Zeugen aus der Zeit der historischen Heidebauernwirtschaft. Der Hof Bockheber oder der „Hillmershof“ in Wilsede sind Beispiele dafür. Zu diesen Heidebauernhöfen gehören auch die typischen Hofgehölze. Diese hatten schon früher mannigfaltige Aufgaben und Funktionen: so verbesserten sie das Hofklima, hielten durch ihre windbrechende Funktion Schäden an den Gebäuden eines Gehöftes in Grenzen, schützten vor Blitzschlag, verhindern Funkenflug zu benachbarten Gebäuden (wenn ein Reetdach in Brand geraten war) und waren Lieferant für das auf dem Hof benötigte Bauholz. Auch dienten sie damals für die Eichel- und Bucheckermast der Schweine. Der VNP pflegt und bewahrt diese Hofgehölze auf seinen Flächen seit nunmehr fast 100 Jahren. Sie sind Teil der historischen Kulturlandschaft Lüneburger Heide. Es wird lediglich lenkend eingegriffen, um sie langfristig zu erhalten. So werden Ahörner und Buchen aus den Hofgehölzen entnommen, um den typischen Eichen ein uneingeschränktes Wachstum zu ermöglichen. Auch aus Gründen der Verkehrssicherheit muss von Zeit zu Zeit eingegriffen werden – oder dann, wenn die Bäume im Laufe der Jahrzehnte zu dicht an die Gebäude des jeweiligen Hofes „heran gewachsen“ sind.

Der VNP wird in den nächsten Jahren nach sorgfältiger Begutachtung der jeweiligen Hofgehölze in diese eingreifen und Äste oder Bäume entnehmen müssen. Dies wurde auch zu Zeiten der Heidebauern gemacht – und ist für uns heute auch aus finanzieller Sicht notwendig. Die Kosten für Arbeiten wie das Abklopfen von Moos und das Ausbessern der Reetdachflächen haben Verein und Stiftung Naturschutzpark in den letzten Jahren im Durchschnitt mehr als 35.000,- EUR pro Jahr (!) gekostet. Wenn es uns gelingt, durch notwendige, maßvolle Entnahme von Gehölzen an Gebäuden mehr Licht und Luft an die Reetdächer zu bringen, ließ sich die Lebensdauer der Dächer erheblich verlängern – mit allen daraus resultierenden positiven Folgen.



Der Kernort von Wilsede wird über das Holzhackschnitzel-Heizwerk mit Wärme beliefert

Versorgt den Kernort Wilsede seit September 2006 co²-neutral mit Wärme: das Holzhackschnitzel-Heizwerk auf dem "Emhoff"...

Der VNP betreibt seit Ende 2006 in Wilsede ein zentrales Holzhackschnitzel-Heizwerk für seine Gebäude. Mit dem Bau ging eine seit Jahren bestehende Idee in die Phase der Verwirklichung.

Erste Gedanken, das im Naturschutzgebiet im Zuge der Landschaftspflege anfallende Holz für die Beheizung Wilsedes zu verwenden, wurden bereits in den 90ziger Jahren diskutiert. Die Technik der Heizanlagen in der für Wilsede benötigten Größenordnung schien noch nicht ausgereift, um die Betriebssicherheit einer störungsfreien Fern-Wärmeversorgung der Gebäude in harten Wintern zu gewährleisten. Auch gab es große betriebswirtschaftliche Wagnisse, die den Verein davon abhielten, eine schnelle Umsetzung der Idee anzustreben. Im Jahr 2002 wurde eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Aufgabenstellung war, die Beheizungsmöglichkeiten für sämtliche Gebäude in Wilsede zu untersuchen und eine Grobplanung für ein zentrales Heizwerk mit einem Fernwärmenetz darzustellen. Das Planungsbüro N.E.T. Soltau, machte sich mit Unterstützung aus EU-Fördergeldern des Leader+ Programms an die Arbeit. Es kam zu dem Ergebnis, dass Wilsede für eine Versorgung durch Holzhackschnitzel ideal gelegen ist. Der Gesamtbedarf von 1.400 m³ Hackschnitzel kann problemlos durch das große Holzaufkommen in unmittelbarer Nähe beim Verein und in dem angrenzenden Staatsforst gewonnen werden. Ein Mangel würde sich in absehbarer Zeit nicht einstellen. Als kostenintensiv wurde allerdings die Verteilung der Wärme von der Heizzentrale, die mit zwei Brennöfen von zusammen 1000 KW ausgestattet sein sollte, in die innerorts weit auseinander gezogenen Gebäude beurteilt. Hier waren die weiten Entfernungen und die damit verbundenen Wärmeverluste ein echtes Handicap. Eine Umsetzung um jeden Preis war nicht anzustreben, weil die Investitions- und Betriebskosten letztendlich von den Eigentümern, Mietern und Pächtern über die Heizkostenabrechnung getragen werden müssen und die Heizkosten zur bisherigen Beheizung mit Öl wirtschaftlich attraktiv werden sollten. Hinzu kam, dass die 20 - 25 Jahre alten Heizanlagen in den Gebäuden und die Öllagerstätten in absehbarer Zeit ohnehin hätten ersetzt werden müssen. Angesichts der erheblichen Investitionssumme von  2,3 Mio. €  für ein zentrales Holzhackschnitzelheizwerk mit 2,1 km Fern-Wärmenetz und 21 angeschlossenen Gebäuden für ganz Wilsede war jedoch an eine Umsetzung nicht zu denken. Finanzierbar vielleicht durch  Zuschüsse  Dritter? In den Jahren 2002 bis 2004 wurden alle Anstrengungen unternommen, bundesweit für eine große Lösung Zuschüsse einzuwerben. Leider ohne Erfolg.

Als wir kurz vor der Aufgabe des Projekts standen, wurde deutlich, dass nur eine radikale Reduzierung unserer Planung zielführend sein konnte. Leider mussten dadurch viele Wilseder Haushalte, die auf einen Anschluss ihrer Gebäude an das Holzhackschnitzelheizwerk gehofft hatten, enttäuscht werden. Aber andererseits wäre überhaupt nichts gegangen, weil die Finanzierung einer großen Lösung unmöglich war und der Verein Naturschutzpark betriebswirtschaftliche Wagnisse in dieser Größenordnung nicht eingehen konnte. Nach ausführlichen Beratungen im Vorstand wurde mit Unterstützung des Beirates die Entscheidung getroffen, auf dem Gelände des  „Emhoff“  ein Holzhackschnitzelheizwerk mit 650 KW Leistung und einem kurz gehaltenen Fernwärmenetz zum Anschluss von 11 in unmittelbarer Nähe des Heizwerks stehenden Gebäuden zu Gesamtkosten von ca. 630.000,- EUR  zu bauen. Finanziert wurde der Bau durch ein zinsgünstiges Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Durch Ausnutzung der leichten Hanglage auf dem „Emhoff“ wird innerhalb des gegenüber der alten Planung um die Hälfte verkleinerten Heizwerks ein Vorratsbehälter von 180 m³ eingebaut. Die Jahresgesamtmenge an Hackschnitzelgut wird rund 800 m³ betragen. Aufgrund der immer noch steigenden Heizölpreise bietet die Holzhackschnitzelheizung nunmehr eine wirtschaftliche Alternative. In Bauform und Material wird das neue Heizgebäude dem umliegenden Gebäudebestand wie dem Gasthaus "Zum Heidemuseum" angepasst. Leider wurde die Eindeckung mit Reet von der Baubehörde abgelehnt, so dass ein Pfannendach gebaut werden musste. Auch für die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins Naturschutzpark ist das neue Heizwerk ein Gewinn. Durch eine Glastür sollen die Besucher Einblick in das Gebäude bekommen.

Die Bauphase begann im März 2006. Die Verlegung des Fern-Wärmenetzes wurde kurz vor Ostern abgeschlossen. Seit Mitte September 2006 läuft das Heizwerk und versorgt die Gebäude des Kernortes von Wilsede CO²-neutral mit Wärme.



Sanierungsarbeiten an den Gebäuden VNP-Stiftung Naturschutzpark Lüneburger Heide im Jahr 2009...

Reetdachdecker bei der Heidefirst-Sanierung auf dem kleinen Schafstall nahe dem "Totengrund" bei Wilsede...

Gleich zu Beginn des Jahres wird das Haupthaus des Hotel Hof Tütsberg umfangreich saniert: sämtliche Gästezimmer werden mit neuen, in der eigenen VNP-Werkstatt hergestellten Möbeln ausgestattet. Die Toilettenanlage wird komplett erneuert, das Restaurant erhält eine neue Bestuhlung und wird wie die Nebenräume frisch gestrichen. Auch im Außengelände werden vielfältige Arbeiten durchgeführt: das Hofgehölz wird gepflegt, eine Obstbaumreihe mit historischen alten Sorten angepflanzt und Spalierobstbäume sowie Rabatten mit ortstypischen Staudenpflanzen angelegt..

Die nördliche Dachfläche und die Giebelseiten des Pferdestalls auf dem Hof Tütsberg wird neu mit Reet eingedeckt. Das zum Hotel Hof Tütsberg gehörende "Appel-Haus" erhält ein neues Reetdach, der unter Baudenkmalschutz stehende Treppenspeicher wird von Moos abgeklopft.

Am "Fürstengrab" bei Niederhaverbeck wird eine neue, große Aussichtsplattform errichtet, die den Besuchern des "Heidetals" einen wunderschönen Blick über die Weite der Offenlandschaft ermöglicht.

Der kleine Schafstall nahe dem "Totengrund" bei Wilsede erhält einen neuen Heidefirst. Gleichzeitig wird das Reetdach von Moos "befreit" und vorhandene Löcher mit Reet gestopft.

VNP-Mitarbeiter klopfen folgende Gebäude von Moos ab: das "Domitzlaff-Haus", das "Verwalterhaus", die zwei Speicher am "Maetzig-Haus", das Heidemuseum "Dat ole Huus" in Wilsede, die VNP-Geschäftsstelle in Niederhaverbeck und das Ameisen-Zentrum in Döhle.



Reetdächer – was ist da eigentlich besonderes dran?

"Fahrstuhl" für Reetbunde - bei einer Reetdachsanierung im Einsatz...

91 Gebäude des VNP sind mit Reet gedeckt. Reetdächer gehören zum Bild der historischen Kulturlandschaft der Lüneburger Heide untrennbar dazu – vom niederdeutschen Hallenhaus über den Schafstall bis hin zum Treppenspeicher. Früher bauten die Menschen ihr Haus mit dem, was die Natur in der jeweiligen Landschaft in ausreichendem Maße hergab – in der Heide war das bei den Dächern in der Regel Stroh. Da die Halme der heutigen Getreidesorten nicht mehr lang und haltbar genug sind, verwendet man heute Reet (Schilfrohr), welches zu 90 % bis 95 % aus Österreich, Ungarn, Rumänien, Polen und der Türkei importiert wird. In Deutschland selbst findet man heutzutage kaum noch Reet, das für die Dacheindeckung verwendet werden kann. Einerseits sind Reetsorten wie das ostfriesische Reet durch Gewässerverunreinigungen fast ausgestorben oder degeneriert – sie können nicht mehr verwendet werden. Andererseits stehen viele Gebiete, in denen Reet wächst, unter Naturschutz und dürfen aus diesem Grund nicht geerntet werden.

Reet ist ein Schilfrohrgewächs, das an den Ufern von Seen und Feuchtgebieten wächst. Es wächst im Wasser und enthält eine Menge Silicium. Dadurch ist es wetterhart. Es wächst in einjährigem Rhythmus heran und kann lediglich im Winter geerntet werden, wenn der See oder das Feuchtgebiet vereist ist. Obwohl es mittlerweile moderne Spezialmaschinen gibt, erfolgt die Ernte aufgrund des oftmals unwegsamen Geländes oft noch mit der Sichel per Hand. Nach dem Mähen müssen die Reetbunde von Stengeln und Verunreinigungen befreit werden. Eine spezielle Maschine „kämmt“ quasi die Reetbunde aus. Zum Abtrocknen wird das Reet danach bis zu einem halben Jahr stehend gelagert und je nach Verwendungszweck auf die richtige Länge zugeschnitten.

Reetdächer finden sich im nord- und mitteleuropäischen Raum und sind in unterschiedlicher Dachgestaltung und –neigung in Dänemark, Frankreich oder in England zu finden. Bei uns findet man Reetdächer vorwiegend in Norddeutschland. Sie sind nicht nur an heißen Sommertagen durch Blitzschlag oder Funkenflug besonders feuergefährdet. Dies begründet auch die höheren Versicherungskosten im Gegensatz zu mit Ziegeln eingedeckten Gebäuden. Auch deshalb müssen beim Bau von Reetdachhäusern gesetzlich vorgeschriebene Mindestabstände von bis zu 12 m zwischen Gebäuden eingehalten werden.  Mittlerweile lässt sich durch spezielle feuerhemmende Produkte der Entflammungspunkt von Reetdächern erhöhen. Als Folge von Funkenflug sollen die Chancen für das Ausbrechen eines Feuers dann kaum höher als bei pfannengedeckten Häusern liegen. Der VNP sieht von der Verwendung behandelten Reets wegen der nicht unproblematischen Entsorgung bei Erneuerung eines Daches ab – obwohl es in der fast 100jährigen Geschichte des VNP immer wieder einmal zu Gebäudebränden durch Feuer oder Blitzschlag kam. So brennt 1973 ein erst drei Jahre alter Schafstall bei Inzmühlen ab, 1987 brennt das „Franz-Haus“ auf dem „Hillmershof“ in Wilsede fast vollständig ab – und wird sofort wieder aufgebaut.

Nicht jeder Dachdecker kann ein Reetdach eindecken: erst nach der Lehre dürfen sie sich Reetdachdecker nennen! Das Reet wird in Bunden auf das einzudeckende Dach gebracht. Dort wird es gebunden, genäht oder geschraubt. Beim gebundenen Dach beginnt der Reetdachdecker von der Traufe aus Lage für Lage der Reetbündel an der Holzlattung zu befestigen. Die Bunde werden auf die Lattung gelegt. Darauf kommt ein 5 mm starker Rundstahl parallel zur Lattung. Mit Bindedraht wird der Rundstahl alle 20 cm locker an der Lattung gebunden. Nun werden die Bunde aufgeschnitten und mit dem Klopfbrett in Form gebracht. Erst dann wird der Bindedraht fest angezogen. An Stelle des Bindedrahtes kann auch eine Schraube verwendet werden, um die mittig ein Draht gewickelt ist. Bei der genähten Deckung benötigt man eine gebogene und eine gerade Nadel. Mit der gebogenen Nadel wird der Draht durch das Reet durchgesteckt und mit der geraden Nadel auf der Innenseite des Daches aufgenommen. Ein neu eingedecktes Reetdach hat eine Stärke von ca. 30 cm. Wichtig ist auch eine ausreichende Hinterlüftung des Daches.

Mit den Jahren nimmt die Dicke der Reetschicht ab: durch Witterungseinflüsse verrotten die Spitzen des Reets. Beschleunigt wird dieser Vorgang natürlich, wenn ein Reetdach von zu dicht am Haus stehenden Bäumen dauerhaft beschattet wird und Wind und Sonne das Dach nicht ausreichend abtrocknen können. Dann setzt noch schneller als normal eine Vermoosung der Dachfläche ein, die noch mehr Feuchtigkeit speichert und den Verrottungsprozess weiter beschleunigt. Wie schnell der Alterungsprozess voranschreitet, ist von verschiedenen Faktoren abhängig: je steiler die Dachneigung eines Gebäudes ist, desto haltbarer ist es. Es kann schneller abtrocknen als flache Dächer. Schädlich ist auch auf dem Reet liegendes Laub, das ähnlich wirkt wie Moos. Natürlich bestimmt auch die Qualität des verwendeten Materials eine wesentliche Rolle. Die Haltbarkeit von neu eingedeckten Reetdächern liegt heute je nach Standort, Materialqualität und Pflege zwischen 40 und 60 Jahren.

Reetgedeckte Häuser besitzen übrigens hervorragende Dämmeigenschaften: wer in den heißen Juliwochen diesen Jahres in ein reetgedecktes Haus ging, wird der Aussage zustimmen: „Reet ist die beste und natürlichste Klimaanlage!“



Was sind eigentlich "Bienenzäune"?

Traditionelle "Stülper" (Bienenkörbe) in einem der Bienenzäune im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide...

Jedem Heidewanderer im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide ist ihr Anblick wohlvertraut – denn Bienenzäune (plattdeutsch: "Immentuun") gehören zum Bild der historischen Kulturlandschaft rund um den Wilseder Berg genauso dazu wie reetgedeckte Schafställe oder Jahrhunderte alte Heidebauernhäuser. Ein Bienenzaun ist ein überdachter, halboffener Stand, in dem Imker ihre Bienenvölker in Körben („Stülper“) oder –kästen aufstellen. Bienenzäune sind Zeugen der historischen Korbimkerei, die über viele Jahrhunderte in der Lüneburger Heide Honig und Bienenwachs produzierte. Heute finden sich solche Anlagen in Norddeutschland oft nur noch als historische Relikte in der Nähe früherer Heideflächen.

Nicht so aber im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide: denn der Verein Naturschutzpark e.V. (VNP) hat sich seit seiner Gründung vor fast 100 Jahren auch um die Erhaltung dieser kleinen Gebäude in den Heideflächen des Naturschutzgebietes bemüht. Heute gehören knapp 80 Bienenzäune in unterschiedlicher Größe und Dachabdeckung zum Gebäudebestand des VNP. Was dem aufmerksamen Beobachter aber auch nicht verborgen bleibt: eine ganze Reihe Bienenzäune ist in die Jahre gekommen – der Sanierungsbedarf ist auch hier groß! Vorgänger des uns heute vertrauten Bienenzaunes war eine wesentlich einfachere Form des Schutzes der Bienenvölker vor Wind und Wetter: dabei wurden Bretter oder Äste auf den Boden gelegt, auf denen später die Bienenkörbe standen. Darüber bauten die Heidebauern als Regenschutz ein schräg stehendes Lattendach für eine Seite. Dieses wurde dann mit Heideplaggen bedeckt.Heute werden sie wesentlich stabiler gebaut: ein Bienenzaun ist aus einem rund 2 m hohen Holzgerüst aufgebaut, das eine Länge von 3 bis zu 12 m aufweist – oder wie der in seiner Form einzigartige Bienenzaun am „Dora-Hinrichs-Weg“ bei Wilsede geschlossen im Viereck umläuft. Die Tiefe beträgt zwischen 1 und 2 Metern. Als Schutz vor Regen und Wind sind die Rückseite sowie die Seitenflächen mit Brettern verkleidet.

Im Innern eines Bienenzaunes werden – oft auf 2 Ebenen – Holzbretter regalähnlich angebracht und die Bienenvölker regensicher und windgeschützt aufgestellt. Als Regenschutz dienen bei unseren Bienenzäune unterschiedliche Materialien: ein überwiegende Teil ist mit Reet eingedeckt – die sicher schönste, aber auch teuerste Variante der Dacheindeckung. Andere Bienenzäune sind mit Holzschindeln versehen, manche tragen ein Pfannendach. Der VNP wird bei Sanierungsarbeiten an den Dächern der Bienenzäune wo irgend möglich auch weiterhin versuchen, die Dacheindeckung in Reet zu erhalten.

Dabei ist der VNP aber vor dem Hintergrund der enormen Kosten und des Pflegeaufwandes für den Erhalt eines solchen „weichen“ Daches auf die Hilfe seiner Mitglieder oder ehrenamtlicher Helfer angewiesen. Die pensionierten Egestorfer Reetdachdecker Wilhelm Jobmann und Hermann Reinke haben uns so schon bei einer ganzen Reihe von Sanierungsmaßnahmen unterstützt und zum Erhalt der Bienenzäune mit Reetdach beigetragen - zuletzt bei zwei Bienenzäunen in der Weseler Heide. Eine weitere – und im Vergleich zum Reetdach wesentlich günstigere - Möglichkeit ist ein Regenschutz aus Lärchen-Deckelschalung: wo ein Dach marode, die Grundkonstruktion aber noch in Ordnung ist, haben VNP-Mitarbeiter und handwerklich versierte Imker schon eine ganze Reihe der kleinsten Gebäude in Vereinsbesitz auf diese Weise saniert. Leuchtet das neu aufgebrachte Holz zuerst noch weit in die Landschaft, haben die Bretter schon nach kurzer Zeit den Grauton der Grundkonstruktion angenommen und fügen sich so harmonisch in die Landschaft ein.

In den nächsten Jahren wird der VNP neben der Sanierung auch eine ganze Reihe neuer Bienenzäune bauen „müssen“ – vor allem in den ehemals militärisch genutzten „Roten Flächen“, auf denen sich die Heide durch die intensive Pflegemaßnahmen des VNP in den letzten Jahren mehr und mehr durchsetzt. Egal ob in der Schneverdinger Osterheide oder in den sich entwickelnden Heideflächen rund um unsere Schäferei Grasengrund bei Deimern: es wartet eine Menge Arbeit!



Was ist eigentlich ein Treppenspeicher?

Treppenspeicher gehören zum Bild der Lüneburger Heide einfach dazu...

Typisch für die Region der Lüneburger Heide sind meist mit Reet gedeckte Gebäude, die früher zu jedem Heidebauernhof untrennbar dazu gehörten: die besonders reizvollen und charakteristischen Treppenspeicher. Sie zeichnen sich durch ihr hohes Alter und durch ihre handwerkliche Gestalt aus. So wurde der Treppenspeicher am „Armenhaus“ in Wilsede 1864 erbaut – und nachträglich an seinem jetzigen Standort aufgestellt. Ursprünglich stand er in Oerrel bei Munster. Der auf dem „Hillmershof“ in Wilsede stehende kleinere Treppenspeicher weist Merkmale auf, die auf eine Entstehungszeit im 16. Jahrhundert hinweisen. Der bis heute unveränderte Speicher ist damit in seiner Art einer der ältesten erhaltenen Treppenspeicher im Landkreis Soltau-Fallingbostel.
Die kleinen Gebäude dienten unseren Vorfahren zu vielerlei Zwecken: es gab Korn- und Buchweizenspeicher, den Flachs- oder Leinenspeicher, den Imker- oder Honigspeicher, den Fleisch- und Speckspeicher oder den Zeug- (Kleider-) speicher. Ein einzelnes Speichergebäude kann durchaus auch mehreren Zwecken zugleich gedient haben, da es mindestens zwei gesonderte Räume enthält. Auf den Heidebauernhöfen standen mindestens ein, oft auch mehrere dieser Speicher.

Man baute sie früher zwar in Sichtweite der Wohngebäude, aber doch mit dem nötigen Abstand. Grund war, dass im Falle eines Brandes das Feuer nicht auf das gelagerte Gut übergreifen konnte. Das Obergeschoss dieser in der Heideregion zweigeschossigen Gebäude wurde über eine Holztreppe erschlossen, die ihnen den Namen gaben. Damals war es übrigens durchaus noch üblich, dass die Speicher als Schlafstätte für die Knechte dienten.

Heute finden wir Treppenspeicher in erster Linie in Museumsdörfern. Im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide hat sich der VNP von Beginn an für die Erhaltung dieser zur Heidebauernwirtschaft untrennbar dazugehörenden Gebäudeform eingesetzt: insgesamt verteilen sich 10 Speicher auf den vereinseigenen Höfen - allesamt unter Baudenkmalschutz stehend. Sie wurden meist im Laufe der letzten Jahrzehnte an anderer Stelle abgebrochen und stehen heute auf dem Tütsberg, dem Wulfsberg, dem "Alten Heidehof" in Wehlen, dem Hof Bockheber und in Wilsede auf dem "Emhoff", dem "Hillmershof" sowie an der "Kote Rieckmann".
Treppenspeicher sind Zeugen für die großen handwerklichen Fähigkeiten der bäuerlichen Zimmermeister. Die sorgfältige Verplankung hat bei entsprechender Pflege Jahrhunderte allen Witterungseinflüssen standhalten können. Trotzdem sind sie vielerorts verschwunden. Nicht nur deshalb ist es auch in Zukunft die Aufgabe der zum Verein gehörenden Stiftung, diesen Teil der historischen Kulturlandschaft Lüneburger Heide kommenden Generationen zu bewahren.



Schutz von Rauch- und Mehlschwalben

"Futter kann kommen!" - so scheinen diese fast flüggen Mehlschwalbenjungen ihren Eltern zuzurufen...

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Erfassung und der Schutz von Rauch- und Mehlschwalben an und in den Gebäuden des VNP. Langjährige Erfassungen dieser beiden Schwalbenarten haben ergeben: die Bestände gehen insgesamt zurück, auch wenn der bundesweite Trend dieses Rückganges sich aufgrund gezielter Schutzmaßnahmen im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide nicht so drastisch zeigt.

Oft ist die Aufgabe der Landwirtschaft oder der Viehhaltung Grund für den Zusammenbruch ehemals guter Schwalbenbestände. Auch die Versiegelungsmaßnahmen der Hofräume tun ihr übriges: Schwalben finden nun einmal auf Kopfsteinpflaster oder Asphalt kein Material, um ihre Nester bauen zu können. Hier bieten sich dem Verein besonders an den Heidschnuckenställen und auf dem Landschaftspflegehof Tütsberg Möglichkeiten, dem zu beobachtenden Trend entgegenzuwirken. So gilt es u.a., offene, feuchte und anlehmige Bereiche für den Nestbau zu erhalten oder neu zu schaffen.

Das Maßnahmen dieser Art Erfolg versprechen, zeigen einige Daten der Erfassung der Schwalbenbruten an den Gebäuden des VNP: konnten im Jahr 2004 vier Brutpaare der Mehlschwalbe gezählt werden, waren es zwei Jahre später bereits 18 Brutpaare, die u.a. auch aufgrund der Anlage von offengehaltenen, feuchten Bereichen genügend Baumaterial für ihre Nester fanden.

Die Ergebnisse der Schwalbenzählungen an ausgewählten Gebäuden im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide brachten in den letzten Jahren folgende Ergebnisse: bei den Rauchschwalben stieg die Anzahl der Bruten von 193 im Jahr 2002 auf 318 Bruten im Jahr 2008. Bei den Mehlschwalben gab es eine ähnlich positive Entwicklung: hier wurden im Jahr 2002 insgesamt 57 Brutpaare gezählt, 2004 waren es 98 Paare im Jahr 2008 schon 103 Paare!



Fledermausschutz an den Gebäuden des Verein Naturschutzpark e.V. (VNP)...

Seit vielen Jahren Sommerquartier von "Braunen Langohren": der "Emhoff" in Wilsede...

Fledermausschutz ist einer der Schwerpunkte im Bereich „Naturschutz und Gebäude“ des VNP. Fledermäuse gehören zu den faszinierendsten, aber auch gefährdetsten Säugetieren. Einige Arten leben als Gebäudebewohner ganz in unserer Nähe. Oft bleibt uns aber ihre Anwesenheit verborgen. Der VNP bemüht sich seit Jahren um die Sicherung bekannt gewordener Fledermausquartiere in seinen Gebäuden. Das ist besonders vor dem Hintergrund der zahlreichen Sanierungsarbeiten der letzten Jahre an den Häusern des Vereins wichtig: viele Sommerquartiere der Insektenjäger sind in unseren Breiten verloren gegangen, weil Dachsanierungen zum falschen Zeitpunkt durchgeführt und Einflugöffnungen durch Wärmedämmung und Isolierung verschlossen wurden. Auch die Anwendung von giftigen Holzschutzmitteln haben zum Verlust zahlreicher Quartiere geführt. Hier versucht der VNP in seinem Bereich Ausgleich zu schaffen bzw. schon im Vorfeld von Sanierungsmaßnahmen den Verlust von bekannten oder potentiellen Fledermausquartieren zu vermeiden.

Als Insektenfresser halten Fledermäuse wie z.B. Igel Winterschlaf. Die Tiere suchen in unserer Region dafür meist unterirdische Gewölbe wie Kellerräume oder alte Bunkeranlagen auf, da natürliche Höhlen wie beispielsweise im Harz bei uns nicht zur Verfügung stehen. Diese Quartiere müssen vor allem drei Merkmale aufweisen: Frostsicherheit ist dabei ebenso wichtig wie eine hohe Luftfeuchtigkeit (damit die Tiere während des Winterschlafes nicht austrocknen) sowie ausreichende Versteckmöglichkeiten bzw. Hangplätze. Zudem ist wichtig, dass diese Quartiere frei von menschlichen Störungen sind. Diese führen dazu, dass die winterschlafenden Tiere ihre „Heizung anwerfen“ und dabei lebenswichtige, im Herbst angefressene Fettreserven vorzeitig verbrauchen.

Der VNP hat in den vergangenen Jahren in Zusammenarbeit mit dem Naturschutzbund in Bispingen (NABU) einen alten Pumpenkeller in Niederhaverbeck und einen nicht mehr genutzten Kellerraum bei Wilsede in ein Fledermaus-Winterquartier umgebaut: bis auf eine Einflugöffnung wurden die Quartiere verschlossen, zahlreiche Hohlblocksteine bieten den Säugetieren im Innern der Gewölbe Versteckmöglichkeiten. Auf dem Hof Tütsberg wurde im vergangenen Jahr ein nicht mehr genutzter Brunnenschacht als Winterquartier hergerichtet. Der VNP beabsichtigt, alle potentiellen und anderweitig nicht nutzbaren unterirdischen Räume in den nächsten Jahren für Fledermäuse nutzbar zu machen.



Schutz der Schleiereule im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide...

Mitarbeiter des VNP bei der Schaffung einer Einflugöffnung für Schleiereule & Co.

Die Schleiereule (Tyto alba) gehört zu den Eulenarten, die im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide in den letzten Jahrzehnten nur sporadisch vorgekommen ist. Sie ist etwas größer als eine Krähe und fällt vor allem durch ihr auffallend herzförmiges Gesicht auf. Die charakteristischen schnarchenden Rufe dieser Eulenart sind in der Region um den Wilseder Berg selten geworden.

Die Schleiereulen haben in der Vergangenheit vor allem unter dem Verlust von ungestörten Brut- und Tagesschlafplätzen gelitten, die sich die nachtaktiven Mäusejäger im Gebiet der Lüneburger Heide gern in Kirchtürmen, Feldscheunen, Vieh- und Schafställen suchen. Durch veränderte Lagerung von Getreide (früher jagten die Schleiereulen besonders im Winter bei hohen Schneelagen innerhalb von Scheunen nach Mäusen)und den Verschluß von Einflugöffnungen ist es bundesweit zu einem erheblichen Rückgang dieser einstmals in unseren Ortschaften verbreiteten Eulenart gekommen.

Abhilfe kann die Anbringung spezieller Brutkästen in Feldscheunen, Kirchtürmen und Schafställen in der Nähe geeigneter Jagdbiotope (vorwiegend Grünland) bringen. Beobachtungen aus angrenzenden Bereichen des Naturschutzgebietes Lüneburger Heide lassen die Hoffnung aufkommen, dieser Art wieder zu einer flächendeckenden Ansiedlung zu verhelfen.

Aus diesem Grund bemüht sich der VNP in den letzten Jahren verstärkt, den Schleiereulen vereinseigene Schafställe, Speicher (siehe Foto) und Schuppen zugänglich zu machen. Nach und nach sollen alle potentiellen Brutplätze geöffnet und wo nötig mit einem Schleiereulenkasten ausgestattet werden. Gerade in den Winter-Schafställen des VNP mit Heuböden soll den Eulen aber auch die "freie Jagd" innerhalb der Gebäude ermöglicht werden, da besonders die Schleiereulen unter starken, schneereichen Wintern leiden, weil sie in der offenen Landschaft nur schwer an ihre Beute herankommen.

Regelmäßige Kontrollen der Kästen und Gebäude, in denen sog. "Uhlenfluchten" vorhanden sind oder geschaffen werden, sollen Auskunft über den Erfolg der Maßnahmen geben. Der VNP hofft, dass der Anblick und die typischen Rufe dieser Eulenart in den Ortschaften des Naturschutzgebietes wieder Normalität wird - so wie in Wilsede, wo ein Schleiereulen-Paar 2008 erstmals seit vielen Jahren erfolgreich zur Brut geschritten ist.



Weitere Maßnahmen zum Artenschutz

Zwei Hornissennester im Schäferhaus bei Schneverdingen...

Neben den genannten Arten könnten noch viele andere aufgezählt werden, zu deren Schutz der VNP in seinen Gebäuden Maßnahmen ergreift: Garten- und Hausrotschwanz, Bachstelze und Hornissen zählen ebenso dazu wie gefährdete Schlupfwespen oder solitär lebende Wildbienen. Sie alle gehören zum unschätzbaren Arteninventar des Naturschutzgebietes Lüneburger Heide, für deren Erhalt sich der Verein Naturschutzpark e.V. seit fast 100 Jahren kontinuierlich einsetzt.



Von Mauern und Zäunen an den Hofstellen der Ortschaften im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide

Auf einem "Eeken-Boltentuun" (Eichen-Zaun) siedeln sich gern Flechten an - wie hier in Wilsede...

In den Orten des heutigen Naturschutzgebietes Lüneburger Heide waren die Hofflächen häufig groß. Damit das ausgetriebene Vieh der damaligen Zeit nicht ungehindert auf die Höfe kam, versperrten die Heidebauern den Tieren den Weg...

... mit Findlings-Steinmauern...

Als Trockenmauer aufgesetzt bestanden sie aus unterschiedlich großen Granitsteinen. Diese waren in den eiszeitlichen Ablagerungen reichlich vorhanden – die Heidebauern waren im wahrsten Sinne des Wortes „steinreich“! Die Steine wurden mit ihren natürlich flachen Seiten oder behauenen Spaltflächen fast senkrecht aufgeschichtet. Zur Hofseite hin wurden diese Begrenzungen von einer grasbewachsenen Erdaufschüttung ausgebildet. Findlings-Steinmauern entstanden allerdings meist erst um das Jahr 1800 herum. Sie sind in den Orten des Naturschutzgebietes noch recht verbreitet – besonders in der Ortschaft Wilsede.

... mit einem „Eekenboltentuun“ – einem Zaun aus Eichenholzpfählen...

Bei dieser Art der Hofeinfriedung wurden von Hand gespaltene Eichenhölzer schräg und überkreuz in den Boden gerammt. Diese Art der Zäune wurde aber schon im 17. Jahrhundert aufgrund des hohen Holzverbrauches durch die herzogliche Regierung in Celle verboten. Heute findet man beispielsweise in Wilsede am sog. „Armenhaus“ (siehe Foto) Nachbildungen dieser Einfriedung.

... mit anderen Einfriedungen...

So wurden mit Buschwerk durchflochtene Pfostenreihen aufgestellt, denen aber eine hohe Brandgefahr nachgesagt wurde. Diese Art der Einfriedung nannte man „Sprickelwarktuun“. Nach Verbot dieser Einzäunung entstanden neben den Findlings-Steinmauern Stakett- und Plankenzäune oder auch Hainbuchen-Hecken, deren Äste miteinander verflochten einen guten Schutz gegen das Vieh boten.



Historische Zäune in Wilsede sind von Mitarbeitern des VNP erneuert worden...

"Boltentuun" am der "Kote Rieckmann" in Wilsede...

Mitarbeiter des VNP haben im Mai 2006 den „Eekenboltentuun“ an der „Kote Rieckmann“ und am „Armenhaus“ in Wilsede erneuert. Diese Art der Zäune hat eine lange Geschichte, war zeitweise allerdings auch verpönt. Denn im 17. Jahrhundert verbot die herzogliche Regierung in Celle sie aufgrund des hohen Holzverbrauchs in der damals forstarmen Heide. Holz, besonders Eiche, war zu kostbar, um es einfach auf den Heidjerhöfen zu verbauen. Der VNP möchte den „Eekenboltentuun“ in Wilsede als Teil der historischen Kulturlandschaft der Lüneburger Heide erhalten und dem interessierten Besucher darstellen, wie früher gelebt und gearbeitet wurde.

Nachdem der alte „Boltentuun“ abgerissen und die maroden Holzstützen mitsamt der im Laufe der Jahre aufwachsenden Gehölze innerhalb des Zaunes entnommen waren, ging die Arbeit erst richtig los: die alten „Bolten“ wurden nicht etwa entsorgt, sondern wo möglich nach entsprechender Aufarbeitung des Holzes beim Neuaufbau wieder verwendet. Rund die Hälfte des Zaunes an der „Kote Rieckmann“ und ein Teil am „Armenhaus“ musste allerdings komplett erneuert werden, weil ein Teil der alten „Bolten“ nicht mehr zu verwenden waren.

Die "neuen" Zäune fügen sich nun wieder ins Ortsbild von Wilsede ein. Ein besonderes Lob gilt dabei den am Bau der Zäune beteiligten Kollegen: nicht nur die VNP-Fachbereichsleiter staunten, wie schnell diese „Knüppelarbeit“ erledigt wurde. Übrigens findet der interessierte Besucher des Ortes Wilsede auch andere historische Einfriedungen wie die typischen Findlingsmauern oder den „Sprickelwarkentuun“ – einem Zaun aus einer mit Astwerk durchflochtenen Pfostenreihe.



Historisch und aktuell zugleich: die Gebäude des Verein Naturschutzpark e.V. (VNP) von 1909 bis heute...

Aufnahme vom "Hillmershof" in Wilsede aus den 1930er-Jahren...

1909 Im Aprilheft des KOSMOS erscheint eine „Umschau über die Naturschutzbewegung“ von Dr. Curt Floericke. Dem gleichen Heft liegt ein „Aufruf zur Begründung eines Naturschutzparks“ bei, unterschrieben vom KOSMOS, Stuttgart, vom Dürerbund, München, und vom Österreichischen Reichsbund für Vogelkunde und Vogelschutz in Wien. Der Erfolg des Aufrufs ist überraschend: Zahlreiche Spenden gehen ein, es kommt am 23. Oktober 1909 zur Gründung des Vereins Naturschutzpark e.V.; Gutbesitzer Erwin Bubeck, Eschenau bei Heilbronn (Württ.), wird zum Ersten Vorsitzenden gewählt.

1910 Erster großer Erfolg! Ankauf eines Hofes in Wilsede und des zu diesem gehörenden Wilseder Berges für 100 000 Mark.

1911 Hamburg bewilligt einen Zuschuß von 10 000 Mark jährlich. Kaiser Wilhelm II. wünscht dringend die Schaffung des geplanten Heideparks.

Eine für Preußen bewilligte Lotterie sichert dem Verein Naturschutzpark eine Reineinnahme von 1,4 Millionen Mark. Für Grundstücksaufkäufe in der Lüneburger Heide wurden bis 1911 rund 500 000 Mark ausgegeben.

1918 Am 8. Dezember stirbt in Salzburg unser Mitarbeiter Dr. August Prinzinger. Durch seine Vermittlung wurden viele Grundstücke in den Hohen Tauern erworben.

1919 An Stelle des verstorbenen Dr. Prinzinger tritt HofratDr. Medicus in Salzburg. Er übernimmt die Erledigung der Verwaltungsgeschäfte für den zukünftigen Alpenpark.

1921 wird das Gebiet, in dem unsere Grundstücke in den Hohen Tauern liegen, zum Pflanzenschutzgebiet erklärt.

1924 Am 14. Juni stirbt in Tegernsee der ehemalige Landrat des Kreises Winsen (Luhe), Fritz Ecker. Damit ist dem Verein einer seiner begeistersten Freunde und zugleich ein eifriger

1925 Im Alpenpark wird an Stelle eines baufälligen Jagdhauses ein neues Vereinshaus errichtet, das zur Erinnerung an den eifrigen Förderer der Bestrebungen des Vereins Naturschutzpark den Namen „Prinzingerhaus“ erhält.

Im Heidepark wird der sog. Springhornsche Hof von Ad. Gebers in Wilsede gekauft (heute Hillmers Hof).

1926 Die Häuser „Heidetal“ und „Heidekrug“ in Niederhaverbeck gehen in Vereinsbesitz über.

1927 Im Alpenpark wird das Vereinshaus Stubachtal, in der Art der Hütten des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins, eingeweiht.

1928 In der Heide werden die Höfe Tütsberg mit Benninghöfen und eine kleine Hofstelle in Oberhaverbeck (heute „Stimbekhof“) erworben. Auch bei Schneverdingen erwirbt der Verein einen kleinen Besitz.

1929 Im Heidepark konnte der Eickhof bei Niederhaverbeck erworben werden. In Wilsede geht Hellmanns Hof in unseren Besitz über.

1930 Im Frühjahr des Jahres brennt der alte Witthöftsche Gasthof in Wilsede, ein prächtiges Niedersachsenhaus, nieder.

1937 Im Alpenpark wird ein weiteres Gebiet erworben. Auf diesem 13 ha großen Gebiet liegen das dem Verein gehörende Prinzingerhaus und die Unterkunftshütte Stubachtal. Der Verein Naturschutzpark schließt mit dem Deutschen und Österreichischen Alpenverein das Abkommen zum Schutze der unversehrten Hochgebirgslandschaft in den Hohen Tauern Salzburgs.

1940 Am 19. März dieses Jahres stirbt unser langjähriger Vorsitzender, Landgerichtsdirektor Dr. Henrich Wilckens, in Bremen. Zum Andenken an den verstorbenen Vorsitzenden erhält das Vorstandshaus in Wilsede den Namen Heinrich-Wilckens-Haus.

Anfang Januar 1940 stirbt der Gründer des Heidemuseums in Wilsede, der frühere Lehrer Bernhard Dageförde.

1950 Durch ein teilweises Tauschverfahren wird der Hof Nr. 3 in Inzmühlen (außerhalb des Parks gelegen) angekauft (jetzt Hans-Breuer-Hof).

1953 Das Haus der heutigen Jugendherberge in Undeloh wird vom Verein in eigener Regie übernommen und zu einer modernen Herberge ausgebaut.

1955 Viele vereinseigene Höfe in der Heide werden gründlich überholt.

1956 Die Überholung der vereinseigenen Höfe und Gasthäuser im Heidepark geht weiter. Bei Wilsede wird ein neuer Schafstall errichtet.

1957 Die elektrische Leitung von Undeloh nach Wilsede wird verkabelt.

1959 Der im Frühjahr 1958 abgebrannte Gasthof Heidekrug in Niederhaverbeck wird wieder aufgebaut und am 25. Juli eingeweiht. Das Haus trägt den Namen „Haverbeckhof“. Die Jugendherberge in Undeloh wird um ein Sommerhaus erweitert.

Unser Jagdhaus im Obersulzbachtal in den Hohen Tauern Salzburgs erhält den Namen „Hofrat-Keller-Hütte“ und wird als Unterkunftshaus für unsere Mitglieder eingerichtet.

1960 In Inzmühlen in der Lüneburger Heide wird die erste Altwandererherberge eingeweiht.

1961 In Undeloh wird die zweite Altwandererherberge, das Johann-Gottfried-Seume-Haus, eingeweiht.

1963 Beim Schäferhof in Schneverdingen wird der neue Schnuckenstall fertiggestellt und in Benutzung genommen.

1964 Das Verwalterhaus in Wilsede wird nach umfangreichem Um- und Ausbau wieder bezogen.

Der Emhoff in Wilsede wird als Baudenkmal eingeweiht und gleichzeitig auf dem Wilseder Berg die neue Gauss-Plakette enthüllt.

Pension und Gasthof Schäferhof bei Schneverdingen wird nach völliger Neugestaltung in Betrieb genommen.

1965 Am Schäferhof / Schneverdingen wird das Schäferwohnhaus fertiggestellt, in dessen oberrem Stockwerk eine Altwandererherberge eingerichtet ist.

Auf dem Hof Tütsberg werden die beiden Pensionshäuser nach gründlicher Modernisierung und Neugestaltung wieder eröffnet.

1966 In der Weseler Heide werden zwei neue Schnuckenställe errichtet. In Wilsede wird das ehemalige Huuck´sche Haus nach gründlicher Renovierung für die Unterbringung von internationalen Jugendgruppen zur Verfügung gestellt. In Undeloh wird das neue Forstarbeiterwohnhaus fertiggestellt. Im Emhoff in Wilsede findet eine Feier zum 100jährigen Geburtstag von Hermann Löns statt.

1967 Die bisher verpachtete Pension Eickhof Niederhaverbeck wird dem VNP für eine jährliche Entschädigung von 20 000 Mark vorzeitig zurückgegeben.

Auf dem Hof Tütsberg wird ein weiteres Pensionshaus, „Heinz-Appel-Haus“, in Betrieb genommen.

Im Wümmetal, bei Dierkshausen, im Steingrund, in der Undeloher Heide und auf dem Töps wird je ein Schafstall betriebsfertig. Auf dem Parkplatz in Niederhaverbeck wird eine Erfrischungshalle eröffnet.

In Benninghöfen wird ein ehemaliges Arbeiterwohnhaus zu einem Ferienhaus umgebaut.

1968 Am Pastorenweg und am Puterweg werden zwei Schafställe fertig. Ca. 30 neue Bienenzäune werden im Heidepark errichtet.

In Undeloh wird eine Maschinenhalle auf dem Gelände des VNP-Betriebsgehöftes und auf dem Eickhof eine Pension bzw. Altwandererherberge gebaut.

Das unbefestigte Mittelstück der alten Heidestraße von Undeloh nach Wilsede wird auf VNP-Kosten gepflastert.

Der Weg von Haverbeck nach Wilsede wird entgegen der Genehmigung des Regierungspräsidenten bis zum Dorfe Wilsede vom Landkreis Soltau asphaltiert.

1970 In Inzmühlen und Heidetal werden Schäferhöfe gebaut.

In Wilsede wird der Hellmannshof als Gästehaus für europäische Jugendgruppen umgebaut. Um weitere Asphaltierungen zu verhindern, läßt der VNP die Dorfstraßen in und um Wilsede pflastern.

1973 Das Gasthaus „Zum Heidemuseum“ wird nach gründlichem Um- und Ausbau wiedereröffnet.

Der erst drei jahre alte Schafstall in Inzmühlen wird ein Raub der Flammen.

1974 Zuständigkeit für Naturschutz und Landschaftspflege in Niedersachsen geht vom Kultus- auf das Landwirtschaftsministerium über.

Prof. Ipsen erstellt ein Rechtsgutachten über die Verfassungswidrigkeit des sog. Soltau-Lüneburg-Abkommens.

Für das Naturschutzgebiet wird eine Reitwegekarte herausgebracht. Nachdem die gemeindeeigenen Mülldeponien geschlossen wurden, muß der VNP drei Großcontainer anschaffen, um den Inhalt sämtlicher Papierkörbe des Gebietes auf eigene Kosten beseitigen zu können.

Auf dem Wilseder Berg wird die erste Schutzhütte errichtet, die wenige Wochen später ein Opfer von Brandstiftern wird. In Volkwardingen wird eine große Gaststätte übernommen.

1975 Dr. Hans Pforte, Hamburg, vermacht dem VNP testamentarisch 760 000 Mark in Form von Wertpapieren.

Das angepachtete landwirtschaftliche Anwesen in Einem wird durch Brandstiftung völlig vernichtet. Der Schafstall Inzmühlen wird erneut angezündet.

1976 Zusammen mit der Landesforstverwaltung des Landes Niedersachsen und dem Landkreis Soltau übernimmt der VNP den Nordteil des ehemaligen Krankenhauses Wintermoor, um es als „Jugenddorf Ehrhorn“ weiterzuführen.

Der VNP beteiligt sich an der Dorfverschönerung in Volkwardingen und Oberhaverbeck.

1977 Bei Heber wird Hof Möhr angekauft. „Dat ole Hus“ besteht am 15. August 70 Jahre. Der VNP übernimmt von der Klosterkammer den alten Heidehof und das alte Forsthaus in Wehlen.

Die Jugendherberge in Undeloh erhält einen eigenen Parkplatz.

1978 In Niederhaverbeck werden ein Schäferhof und das erste Informationszentrum gebaut.

Das Domizlaff-Haus in Wilsede wird von Grund auf modernisiert.

Das Haupthaus der Jugendherberge Undeloh erhält einen neuen Dachstuhl.

In Wehlen werden 2,4 km elektronische Freileitung verkabelt.

Das Heidemuseum in Wilsede „Dat ole Hus“ zählt erstmals mehr als 100 000 Besucher in einem Jahr.

1979 Im 7. Jahrzehnt seines Bestehens verfügt der VNP über: 5 800 ha Eigentum im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide, 4 600 ha Eigentum in den Hohen Tauern, 135 eigene und 14 angepachtete Gebäude; hierzu gehören: Schäfer-, Land- und Forstarbeiter-Wohnhäuser, Jugend- und Altwandererherbergen, Jungendunterkünfte, pensionen und Gasthöfe, Milchhallen, Museum, Schafställe, Scheunen, Wagenremisen, Garagen und Treppenspeicher. Außerdem: Schutzhütten und Berghütten, Bienenzäune und Viehunterstände, je 2 000 Bänke und Papierkörbe.

In Niederhaverbeck (Dr.-Pforte-Haus) und in Undeloh (Seumehaus) werden Naturinformationshäuser eröffnet.

1980 In Wilsede wird der Hillmershof generalüberholt.

1981 In der Wümmeniederung fällt der historische Schaftstall einem Orkan zum Opfer.

In Döhle wird ein „Haus der Natur“ eröffnet. Mittels etlicher Dioramen können sich die Besucher auf das Naturschutzgeibet vorbereiten.

Die Freie Hansestadt Bremen stellt ihre alljährlichen Zuschußzahlungen ein.

1982 Das Land Niedersachsen nimmt auf Hof Möhr bei Heber den Betrieb einer Norddeutschen Naturschutzakademie auf. Die Gebäude werden vom VNP auf dem Erbpachtwege zur Verfügung gestellt.

1983 Der vom Sturm zerstörte Schafstall am Totengrund wird wieder aufgebaut.

1984 Der VNP gibt seine Beteiligung am Jugendorf Erhorn auf.

1985 Nach mehr als 31 Jahren legt Alfred Toepfer das Amt des Vorsitzenden nieder. Fritz Kellinghusen wird Nachfolger.

Die ehemalige Revierförderei in Wehlen brennt vollständig nieder.

1986 Gasthof und Pension Schäferhof bei Schneverdingen wird verkauft. Mit dem Erlös werden 38 ha wertvolle Feuchtgebiete bei Döhle käuflich erworben.

Die Pachtungen der Gaststätten „Drei Birken“, Wintermoor, und „Volkwardinger Hof“, Volkwardingen, werden aufgegeben.

Der unter Denkmalschutz stehende Schafstall auf dem Hof Bockheber wird generalinstandgesetzt. Der VNP gründet den „Landschaftspflegehof“ und nimmt die Bewirtschaftung seiner landwirtschaftlichen Nutzflächen in eigene Hand. Mit Förderung des Landes Niedersachsen soll der Versuch der Wiedereinführung alter Heidebauernwirtschaft unternommen werden, u.a. mit Anbau von Buchweizen und Flachs, unter Verzicht auf Herbiziden und Beregnung.

1987 Das „Franz-Haus“ (Schäferwohnhaus) auf dem Hillmershof in Wilsede wird durch Blitzschlag nahezu vollständig zerstört und sofort wieder aufgebaut.

Nach mehr als 30 Jahren Anwesenheit in hamburg wird die Geschäftsstelle des VNP und des VDN nach Niederhaverbeck verlegt.

Das ehemalige Schulgebäude in Wilsede (heute Sitz des VNP-Forstverwalters) wird generalinstandgesetzt.

1988 In Wilsede wird Witthöft´s Gasthof durch den VNP käuflich erworben und als „Wilseder Hof“ verpachtet.

Das Heidemuseum „Dat ole Hus“ in Wilsede erhält eine neue Treppenanlage.

1989 Die Selbstbedienungsanlage auf dem Gelände des Haverbeckhofes wird zu einer geschlossenen Halle gestaltet,  eine behindertengerechte WC-Anlage installiert.

Der Schafstall auf dem Hof Wulfsberg, der Schafstall Benninghöfen, die Scheune auf dem Haverbeckhof sowie die Reetdächer auf Hof Bockheber werden saniert.

1990 Schwere Frühjahrsstürme richten erhebliche Schäden in den mittelalten Kiefernwäldern und an Reetdächern an. Der historische Speicher in Wehlen wird ebenfalls zerstört. Das Haupthaus des Hofes Bockheber erhält ein neues Reetdach. Hof Wulfsberg erhält einen Stromanschluß; Benninghöfen, Bockheber und Wulfsberg bekommen moderne Kläranlagen.

1991 Bockheber (80.000 l) und Wulfsberg (30.000 l) erhalten unterirdische Löschwassertanks.

In Wilsede werden das Verwalterhaus fachwerkverblendet.

1992 In Wehlen wird die abgebrannte ehemalige Revierförsterei wieder aufgebaut.

1993 Der Betrieb der vereinseigenen Jugendherberge wird aus betriebswirtschaftlichen Gründen eingestellt.

1996 Am 21. April brennen ca. 400 ha Heideflächen. Auch der Schnuckenstall am Wümme-Berg wird ein Raub der Flammen.

1997 Der Stimbekhof in Oberhaverbeck wird verkauft. Immobilienerlöse werden in einen neugeschaffenen Fonds eingestellt, aus dessen Erträgen die Aufgaben des VNP finanziert werden sollen. Sie bilden die Grundlage der im Jahr 2001 gegründeten "Stiftung Naturschutzpark Lüneburger Heide".

1998 Der Wilseder Hof in Wilsede sowie der Breuer-Hof in Inzmühlen werden verkauft.

Die Schutzhütte auf dem Wilseder Berg brennt nieder. Am Wulfsberger Weg bei Schneverdingen wird ein neuer Schafstall gerichtet als Ersatz für den 1996 auf dem Wümme-Berg abgebrannten.

1999 Das Heidemuseum „Dat ole Hus“ erhält für 115.000,-- DM ein neues Reetdach. Die EU fördert das Sanierungsprojekt mit 29.000,- DM.

2000 Die Reetdächer des Schafstalles auf dem „Emhoff“ in Wilsede, auf der Scheune in Bockheber und das Dach des „Domitzlaff-Hauses“ in Wilsede werden ebenso erneuert wie auf dem Pferdestall / Hof Tütsberg und auf dem Info-Haus in Niederhaverbeck. Die Sanierung der insgesamt 91 Reetdächer in VNP-Besitz wird in den kommenden Jahren große Investitionen erfordern.

2001 Auf der kleinen Scheune auf dem Hof Bockheber, auf dem „Schönichen-Haus“ in Niederhaverbeck und auf dem „Armenhaus“ in Wilsede werden die Reetdächer ganz oder teilweise erneuert. Die Arbeiten haben ein Kostenvolumen von insgesamt mehr als 100.000,- DM.

2002 Die Reetdächer des Schafstalles auf dem "Hillmershof", der Treppenspeicher beim Armenhaus in Wilsede sowie der Treppenspeicher auf dem Tütsberg (hier mit 100 %-iger Förderung der Lindemann-Stiftung / Wildeshausen) werden neu gedeckt.

Teilsaniert werden die "Kote Rieckmann", die "Kote Hilmer", der "Emhoff" und die beiden auf dem Gelände des "Emhoff´s" stehenden Treppenspeicher sowie das Gebäude "Abbauer Bisping". Diese Gebäude sind sämtlich als Baudenkmal ausgewiesen und stehen bis auf den Treppenspeicher Tütsberg in Wilsede.

2003 In der Milchhalle in Wilsede wird ein "Museumsladen" eingerichtet, in dem neben regionalen Produkten auch Literatur aus dem Naturschutzgebiet Lüneburger Heide oder Holzspielzeug angeboten wird.

Die Wagenremise auf dem Landschaftspflegehof Tütsberg erhält ein neues Pfannendach. Ebenso wird das Reetdach des Schafstalles an der "Schmalen Aue" bei Hörpel teilsaniert.

Das Obergeschoss der VNP-Geschäftsstelle wird ausgebaut und mit modernen Büroräumen, einem Literatur-Archiv, einem Foto-Archiv und einem kleinen Konferenzraum versehen.

Auf dem Tütsberg wird der in den 1960er-Jahren errichtete reetgedeckte Schafstall durch den Verein Museumsdorf Südheide e.V. abgebaut. Er soll bei Gifhorn neu errichtet werden. An seine Stelle tritt der Bau eines Modell-Schafstalles, der in reiner Holzbauweise den modernsten Tierhaltungs- und Arbeitsanforderungen entspricht.

Die Wohnung unseres Tütsberger Schäfers Uwe Storm im sog. "Leute-Haus" auf dem Hof Tütsberg wird grundsaniert.

2004 Die Milchhalle in Wilsede wird generalinstandgesetzt. Neben einer Reetdachteilsanierung werden umfangreiche Innenarbeiten abgeschlossen.

Der erste Bauabschnitt des neuen (Natur-) Kinderspielplatzes in Wilsede wird fertiggestellt.

Das im Rahmen des EU-Förderprojektes "Leader plus" geförderte und in Kooperation zwischen dem Freilichtmuseum Kiekeberg und dem VNP umgestaltete Heidemuseum "Dat ole Huus" in Wilsede wird zusammen mit einem neuen Ausstellungsgebäude im Schafstall auf dem "Emhoff" der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die Reetdächer der Schafställe "Weseler Busch" (nach Sturmschaden) und in der Sahrendorfer Heide werden teilsaniert.

Anfang Dezember wird die neue Schäferei Grasengrund bei Deimern offiziell eingeweiht: hier wurden für die sechste vereinseigene Heidschnuckenherde ein Schafstall und für die Schäfer(in) Mohrmann und Walter ein Schäferhaus errichtet. Der Schafstallneubau wird mit 138.000,- € durch EU-Leader-plus-Mittel und mit 86.000,- € aus Erträgen der "Bingo"-Lotterie gefördert.

2005 Die in 2003 begonnenen Sanierungsarbeiten an der "Hofrat-Keller-Hütte" im Obersulzbachtal im Nationalpark Hohe Tauern können weitgehend abgeschlossen werden: so sind das Schindeldach, ein Großteil der Holzfassade sowie alle Fenster erneuert worden.

Das zum Hotel Hof Tütsberg gehörende "Witte-Haus" erhält durch einen Anbau einen größeren Seminarraum.

Das Reetdach des Verwalterhauses in Wilsede wird teilsaniert, der zum Verwalterhaus gehörende Schuppen von Moos befreit und "nachgestopft". Ferner werden der unter Denkmalschutz stehende Treppenspeicher und das kleine Gästehaus am "Maetzig-Haus" in Wilsede von unserem ehrenamtlichen Reetdachdecker Wilhelm Jobmann abgeklopft und von Moos befreit. Gleiches geschieht auch mit Teilen des Reetdaches vom "Armenhaus" in Wilsede.

Mit Förderung der Niedersächsischen Kreissparkassen-Stiftung und der Kreissparkasse Soltau erhält der in seiner Form im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide einmalige Bienenzaun am "Dora-Hinrichs-Weg" bei Wilsede ein neues Reetdach. Zusammen mit Hermann Reinke erneuert Wilhelm Jobmann den Heidefirst von drei Bienenzäunen bei Sudermühlen und saniert die Reetdächer. VNP-Mitarbeiter erneuern das aus Holz gebaute Dach von zwei weiteren Bienenzäunen.

Ein vorhandener Ölabscheider an der Geschäftsstelle des VNP wird grundsaniert und auf den Stand der Technik gebracht.

In Wilsede bauen Mitarbeiter des VNP ein neues Lagerhaus an der Milchhalle.

Ein neues Reetdach erhält das kleine Wohnhaus in Benninghöfen, das Nebengebäude wird teilsaniert. Die westliche Dachfläche des "Häuslingshauses" auf Hof Bockheber wird wie der Heidefirst erneuert, die restliche Dachfläche von Moos abgeklopft.

Einen neuen Heidefirst bekommt das Naturinformationshaus in Döhle. Folgende weitere Gebäude werden von Moos abgeklopft und teilsaniert: Schafstall und großer Speicher auf Hof Wulfsberg, Haupthaus des "Alten Heidehofes" in Wehlen, Remise an der VNP-Geschäftsstelle Niederhaverbeck, Schafstall Heidetal und das Heidemuseum "Dat ole Huus" in Wilsede.

2006 Die Sanierungsarbeiten am sog. "Leute-Haus" auf dem Hof Tütsberg werden abgeschlossen: nach Abschluss der Innensanierung 2004 ist das Gebäude auch von außen ansprechend saniert worden: die alte Holzverkleidung wurde ebenso abgerissen und erneuert wie das abgängige Pfannendach. Auch die bisher weitgehend fehlende Wärmedämmung gehört der Vergangenheit an.

Das Büro im Verwalterhaus auf dem Landschaftspflegehof Tütsberg wird von VNP-Mitarbeitern saniert und erhält neue Möbel. Mitarbeiter des VNP sanieren zudem drei zum Landhaus "Haverbeckhof" gehörende Gästezimmer inklusive aller Möbel. Teilsaniert wird auch das Reetdach und der Heidefirst vom Gästehaus "Haverbeckhof".

Zwei Bienenzäune nahe dem Hof Wulfsberg erhalten mit Unterstützung aus Spendenmitteln von Mitgliedern des VNP ein neues Reetdach. Ein weiterer Bienenzaun zwischen Undeloh und Wilsede wird mit einem neuen Holzdach ausgestattet. 

Neu mit Reet eingedeckt werden auch die beiden als Baudenkmal ausgewiesenen Treppenspeicher auf dem "Emhoff" in Wilsede - einer mit finanzieller Unterstützung der Stiftung der Volks- und Raiffeisenbanken mit Sitz in Hannover. Der zweite Treppenspeicher wird mit tatkräftiger Unterstützung der Reetdachdeckerei Meyer aus Behringen eingedeckt.

Der abgängige "Boltentuun" am der "Kote Rieckmann" bzw. der "Kote Hilmer" sowie am "Armenhaus" in Wilsede wird durch Mitarbeiter des VNP erneuert.

Im Ausstellungsschafstall auf dem "Emhoff" wird die neue Ausstellung "Heideköniginnen - Symbolfigur und Mädchentraum" eröffnet.

Eine Wohnung im Haupthaus des "Alten Heidehofes" in Wehlen wird inklusive des elektronischen Leitungsnetzes komplett saniert.

Der marode "Erdkeller" auf dem "Emhoff" in Wilsede wird abgerissen und mit Unterstützung regionaler Handwerksbetriebe neu errichtet. Der VNP hat dabei "nur" die Materialkosten in Höhe von ca. 24.000,- EUR zu tragen, die Arbeitsleistung für den Neuaufbau wird von den Handwerksunternehmen gespendet!

Das Schäferhaus in Schneverdingen bekommt eine co²-neutrale Holzheizung, die die alte Heizölheizung des Gebäudes ersetzt.

Ein 650-KW-Holzhackschnitzel-Heizwerk zur zentralen Wärmeversorgung von 13 Gebäuden des Kernortes wird auf dem Gelände des "Emhoff" in Betrieb genommen. Die Baukosten betragen knapp 630.000,- EUR.

Das Nebengebäude der "Alten Schule" in Wilsede bekommt auf einer Dachhälfte ein neues Reetdach sowie einen neuen First aus gemähter Heide. Die "Alte Schule" selbst wird von starkem Moosbefall "befreit" - auch hier wird der abgängige Heidefirst erneuert. Gleiches geschieht auf dem Haupthaus des denkmalgeschützten Hofes Bockheber.

Neben diesen Arbeiten werden eine Vielzahl weiterer, kleinerer "Baustellen" in Angriff genommen: so erhält das Hotel Hof Tütsberg 5 und die Milchhalle in Wilsede 4 neue Holzfenster, die Fenster u.a. der Milchhalle werden neu gestrichen, die Bäder im "Domizlaff-Haus" in Wilsede können saniert werden, im "Armenhaus"  wird eine neue Küche eingebaut.

2007 - Das "Armenhaus" in Wilsede und das zum Hotel Hof Tütsberg gehörende "Appel-Haus" erhalten komplett neue Fenster. Im "Appel-Haus" werden zudem drei Gästezimmer und die sanitären Anlagen saniert. Im "Witte-Haus" werden zwei weitere Gästezimme und die Bäder saniert.

Im zum Gasthaus "Zum Heidemuseum" gehörenden "Domizlaff-Haus" überarbeiten VNP-Mitarbeiter sämtliche Zimmermöbel. Im Landhaus "Haverbeckhof" werden für 4 Gästezimmer die Möbel in der Werkstatt des VNP neu gebaut.

Die Reetdächer auf den Schafställen "Totengrund", "Schäferhof" und am "Fürstengrab" werden repariert. Das Reetdach der Scheune auf dem "Haverbeckhof" wird nach erheblichem Sturmschaden teilsaniert. Desweiteren wird eine Dachseite der Garage auf dem "Hillmershof" in Wilsede neu mit Reet eingedeckt sowie ein neuer Heidefirst gesetzt.

Das unter Baudenkmalschutz stehende Häuslingshaus in Bockheber wird von Mitarbeitern des VNP generalinstand gesetzt: neben der kompletten Innenrenovierung werden eine neue Küche, zwei neue Kaminöfen und ein neues Bad eingebaut. Alle Fenster und Türen werden neu gestrichen und das Hofgelände entrümpelt. Gleiches geschieht im Schäferhaus in Döhle, das zudem eine moderne Holzheizung erhält, welche die bisherige Wärmeversorgung mit Strom ablöst.

Die ehrenamtlich tätigen Reetdachdecker i.R. Wilhelm Jobmann und Hermann Reinke aus Egestorf sanieren die Reetdächer auf zwei Bienenzäunen in der Weseler Heide.

Mit Hilfe der Niedersächsischen Kreissparkassen-Stiftung mit Sitz in Hannover und der Kreissparkasse Soltau wird der auf dem "Hillmershof" stehende Treppenspeicher saniert und erhält ein neues Reetdach. Gleiches geschieht mit dem zweiten Speicher des Hofes - auch mit Hilfe durch Spenden der VNP-Mitglieder.

Die "Ursula-und-Wilhelm-Lindemann-Stiftung" mit Sitz in Wildeshausen finanziert die Reetdachsanierung eines historischen Bienenzaunes an der "Ringwall-Heide" bei Niederhaverbeck. Zugleich bauen Mitarbeiter des VNP zwei neue Bienenzäune: einen nahe der Schäferei "Grasengrund" sowie einen zweiten, reetgedeckten Bienenzaun in der "Behringer Heide".

2008 - Mit Wirkung vom 01. Januar 2008 trat eine weitreichende Entscheidung der VNP-Mitgliederversammlung vom 5. Mai 2007 offiziell in Kraft: alle Gebäude des Verein Naturschutzpark e.V. (VNP) werden auf die eigene Stiftung Naturschutzpark Lüneburger Heide übertragen!

Mitarbeiter des VNP schließen den Neubau einer Praktikanten-Wohnung im "Leute-Wohnhaus" ab. Die Wohnung wird in einem bisher unausgebauten Bereich des Obergeschosses des Hauses hergestellt, der Bau einer zweiten Wohnung ist dort in Planung.

Mit umfangreichen Sanierungsarbeiten am historischen Schafstall auf Hof Bockheber wird begonnen. Hier ist eine Ziegenherde mit rund 100 Tieren aufgebaut worden, die den starken Gehölzaufwuchs in den ehemalig militärisch genutzten "Roten Flächen" rund um den Hof Bockheber durch Verbiss von aufkommenden Kiefern und Birken eindämmen soll.

Das bisher verpachtete Hotel Hof Tütsberg wird ab dem Frühjahr von der VNP-Naturpark GmbH bewirtschaftet. Umfangreiche Sanierungsarbeiten im Außengelände des Hotelkomplexes sowie an den Gebäuden werden begonnen. Zudem wird die Zufahrtsstraße erneuert und in Teilen gepflastert.

Die Reetdächer der Milchhalle, des "Armenhauses" und des Ausstellungs-Schafstalls auf dem "Emhoff" in Wilsede werden teilsaniert.

Mit dem Umbau des Naturinformationshauses in Undeloh zu einem modernen Naturschutzzentrum wird begonnen. Es ist geplant, die Arbeiten rechtzeitig zur Heideblütensaison 2009 fertig zu stellen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Arbeiten werden gefördert aus Mitteln der EU.

Das Schäferhaus in Bockheber erhält eine moderne Holzheizung. Bisher wurde dieses unter Baudenkmalschutz stehende Gebäude durch zwei Kaminöfen mit Wärme versorgt. Fertiggestellt wurde auch die moderne Holzhackschnitzel-Heizung für die Wärmeversorgung der VNP-Geschäftsstelle sowie der dazugehörigen Werkstatt in Niederhaverbeck , die die vorhandene Gas- bzw. Heizölheizung ersetzt.

Mitarbeiter der Stiftung Naturschutzpark bauen zwei neue Bienenzäune in der Osterheide bei Schneverdingen. Beide Bienenzäune erhalten ein Dach aus Holzdeckelschalung.



Sanierungsarbeiten an der "Hofrat-Keller-Hütte" im Nationalpark Hohe Tauern abgeschlossen!

Strahlt in "neuem Gewand": die "Hofrat-Keller-Hütte" des VNP im Obersulzbachtal / Nationalpark Hohe Tauern...

In den letzten Jahren wurden zahlreiche Sanierungsarbeiten in und an der "Hofrat-Keller-Hütte" im Obersulzbachtal abgeschlossen. Unser Verwalter Helmut Dengg hat viele Arbeiten gemeinsam mit seinem Vater Hansl selbst durchgeführt: so wurden das Dach komplett neu mit Holzschindeln eingedeckt, die Holzfassade erneuert und neue Fenster eingebaut. Die "Runderneuerung" kann sich wirklich sehen lassen.

Wer die vereinseigene "Keller-Hütte" oder auch die "Untersulzbach-Hütte" im gleichnamigen Tal kennenlernen und seinen Urlaub in dieser faszinierenden Landschaft machen will, sollte sich auf unserer "Hohe-Tauern-Internetseite" darüber informieren - es lohnt sich!



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